Die Albanischen Alpen In den verwunschenen Bergen

Sa, 08.08.  |  18:30-19:20  |  ARTE
Untertitel/VT Zweikanalton  Ratgeber, 2024
Der unbekannte Norden Albaniens lag für lange Zeit versteckt und schwer zugänglich mitten in Europa. In der rauen Schönheit dieser Berge war ein Kamerateam mehrere Wochen lang unterwegs und hat Menschen beobachtet, deren Leben noch immer von jahrhundertealten Traditionen geprägt ist. Die Albanischen Alpen sind selbst den meisten Albanern im Flachland so fremd, dass manche sie "Bjeshkët e Nemuna" nennen, die "Verwunschenen Berge". Langsam öffnet sich der Norden Albaniens. Die Einheimischen sind außerordentlich gastfreundlich, denn das eigene Haus gehört zuallererst Gott und danach dem Gast.

Einen halben Tagesmarsch dauert der Aufstieg mit Packpferden in das Sommerlager der Schäferin Laqe und ihrer Familie, auf einer Hochebene in den Bergen nördlich des kleinen Dorfes Lepushe. Jedes Jahr wandert die Familie mit ihrer Schafherde hinauf und bleibt, bis der erste Schnee fällt. Das Weideland weit oben in den Bergen empfindet Laqe als Paradies: "Mein halbes Leben habe ich hier verbracht", so die Schäferin. "Und ich bete zu Gott, dass ich hier sterben darf."

Hoch über dem Bergfluss Shala lebt Gjelosh Preka mit seiner Frau Mirja. Er betreibt den letzten Laden in den Bergen. Wer etwas kaufen will, ruft so lange nach Gjelosh, bis er den Hang herunterklettert und seinen Laden aufschließt: "Ich verkaufe alles, was die Menschen hier oben brauchen. Heute leben nur noch etwa 30 Menschen hier." Hauptberuflich arbeitet Gjelosh im alten Wasserkraftwerk im Tal, repariert ehrenamtlich die maroden Stromleitungen in halsbrecherischer Höhe und schleppt mit seinem Allradwagen liegengebliebene Autos ab. Denn hier oben gibt es keine Straße, nur felsige Pfade.

Regie: Carsten Rau

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