Ö1 Essay Nach dem Hamas-Terrorangriff
Fr, 09.10. | 11:05-11:25 | Ö1
Eva Illouz zählt zu den renommiertesten und einflussreichsten SoziologInnen der Gegenwart. In ihrem Essay „Der 8. Oktober“ untersucht sie die Reaktionen der Öffentlichkeit direkt nach den Anschlägen der radikalislamistischen Terrormiliz Hamas am 7. Oktober 2023. Sie fragt sich, warum es in den Tagen danach etliche Reaktionen gab, die jegliches Mitgefühl für die Opfer vermissen ließen. Das Massaker an 1.200 Menschen löste bei einigen linken Intellektuellen sogar Freude und Begeisterung aus. Sie feierten die Terroristen als heroische Freiheitskämpfer. Joseph Massad, Professor an der Universität Columbia, bezeichnete die bestialischen Morde der Hamas und anderer Terrororganisationen als „innovativ“ und „eindrucksvoll“. „Es war berauschend. Es war belebend“, sagte Russel Rickford, Historiker an der Universität Cornell. Andreas Malm, Humanökologe und Professor an der Universität Lund in Schweden, schrieb: „Das Erste, was wir in diesen frühen Stunden (des 7. Oktober) sagten, bestand weniger aus Worten als aus Jubelrufen."Eva Illouz zeigt sich beunruhigt über die fehlende moralische Sensibilität und die "Glorifizierung der fundamentalistischen Schlächter“ und ergründet in „Der 8. Oktober“ einen Hass, der sich als moralische Überlegenheit tarnt.Der Essay „Der 8. Oktober“ von Eva Illouz ist 2025 erschienen. Ende Oktober 2026 erscheint ihr Buch „Über die Ursprünge des neuen Antisemitismus“ bei Suhrkamp.
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