Dimensionen Heuschrecken hören

Mo, 20.07.  |  19:05-19:30  |  Ö1
Ein Porträt des Heuschreckenforschers Georg Derbuch

Für viele Menschen gehören Heuschrecken einfach zum Sommer: ein Zirpen am Wegrand, ein Schwirren in der Wiese, ein Tier, das plötzlich zwischen den Halmen aufspringt. Für Georg Derbuch ist dieser Klang mehr als Hintergrund. Der 58-jährige Insektenforscher erkennt viele heimische Heuschreckenarten an ihrem Gesang. So wird aus einem sommerlichen Geräusch wissenschaftliche Information: Welche Arten leben hier? Welche fehlen? Und was sagt das über den Zustand einer Wiese? Derbuch hat eine Rot-Grün-Sehschwäche. Farben verschwinden für ihn nicht, aber bestimmte Rot- und Grüntöne liegen näher beieinander, besonders bei Oliv, Braun oder rötlichen Übergängen. Bei Heuschrecken, die oft gut getarnt in der Vegetation sitzen, werden deshalb andere Hinweise wichtig: Form, Kontur, Körperbau, Bewegung und vor allem der Gesang. Auf einer Wiese bei Graz erzählt Derbuch von akustischer Feldarbeit, von gefährdeten Lebensräumen, von Heuschrecken als Zeigerarten und von einer Liebe zur Natur, die im genauen Hinhören beginnt.Gestaltung: Kathrin Horvath

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