Am Puls – Gesundheit und Medizin Dicker als Wasser

Do, 11.06.  |  16:05-17:00  |  Ö1
Hochsaison für Zecken ++ Krank im Urlaub ++ Live Am Puls – Sprechstunde: Blutspende | Gast: Georg Gratz, Transfusionsmediziner, Österreichisches Rotes Kreuz | Moderation: Ronny Tekal | Anrufe: 0800 22 69 79 | E-Mail: [email protected]

„Gib dein Bestes, spende Blut!"…ein Aufruf, der wieder höchst aktuell ist. Die Blutreserven in Österreich sind derzeit knapp. Nach den Feiertagen im Mai und den verlängerten Wochenenden fehlen dem Roten Kreuz wichtige Spenden. Aktuell reichen die Vorräte nur für etwa eine Woche – erforderlich wären jedoch zwei bis drei Wochen, um die Versorgung der Spitäler über den Sommer hinweg sicherzustellen.Denn alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt, rund 1.000 Konserven pro Tag: Bei Unfällen, Operationen oder Risikogeburten, vor allem aber auch in der Krebstherapie und für Dialysepatientinnen und -patienten. Rund 70 Prozent aller Menschen sind zumindest einmal im Leben auf fremdes Blut oder daraus hergestellte Medikamente angewiesen. Und Blut ist nach wie vor durch kein künstliches Präparat ersetzbar. Grundsätzlich dürfen alle gesunden Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren spenden. Der Spendewille ist indes enden wollend. Denn gerade mal etwas mehr als drei Prozent der potentiell möglichen Spenderinnen und Spender melden sich zum lebensrettenden Aderlass. Dabei hätten wir hierzulande durchaus eine Tradition: Der österreichische Pathologe Karl Landsteiner legte mit der Entdeckung des AB0-Blutgruppensystems und des Rhesusfaktors den Grundstein für die sichere Transfusion menschlichen Blutes. Zu seinen Ehren wird jährlich an seinem Geburtstag, am 14. Juni, der Weltblutspendetag begangen. Am Puls nützt die Gelegenheit, um einen genaueren Blick auf das Blutspendewesen zu werfen und auf die Wichtigkeit der Spende hinzuweisen. Ronny Tekal erklärt mit seinem Gast, wie das Blut den Weg zu den Empfängern findet – und ob es nach der Spende nach wie vor die traditionellen Würstel mit Cola und Rotwein gibt. Lukian Guttenbrunner hat sich im Vorfeld in der Blutspendezentrale des Wiener Roten Kreuzes bei den Spenderinnen und Spendern umgehört.Gast: Georg Gratz, Facharzt für Transfusionsmedizin und stv. Leiter des Labors der Blutspendezentrale des Österreichischen Roten Kreuzes für Wien, Niederösterreich und BurgenlandÖsterreichweit gibt es rund um den Internationalen Tag der Blutspende zahlreiche Möglichkeiten zur Spende.. In Wien findet in der "Arena 21“ im Wiener Museumsquartier (Museumsplatz 1, 1070 Wien) eine große Blutspendeaktion des Roten Kreuzes (10 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr) statt, Neben der Blutspendeaktion erwarten die Spenderinnen und Spender DJ-Musik, Vitamin-Mocktails und eine Kids-Area.FSME-Risiko in ganz ÖsterreichUm eine Blutspende der unfreiwilligen Art geht es in unserem Beitrag über Zecken. Der gemeine Holzbock lauert im hohen Gras, in Farnen und am Wegesrand auf seine Opfer. Was landläufig als „Zeckenbiss“ bezeichnet wird, ist eigentlich ein Stich: Die Zecke ritzt mit ihren Mundwerkzeugen die Haut auf, um dann Blut über den mit Widerhaken versehenen Stechrüssel zu saugen. Besonders problematisch: Zecken können neben Borellien vor allem die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, die mitunter lebensbedrohliche Gehirnhautentzündungen auslösen können. Da es sich um eine Virenerkrankung handelt, sind Antibiotika hier unwirksam, sodass man auf die Impfung als Prophylaxe setzt. War man einst im Gebirge einigermaßen sicher, so begünstigt der Klimawandel mittlerweile die Ausbreitung der Zecken in höhere Lagen. Österreich ist mittlerweile ein gesamtstaatliches FSME-Endemiegebiet. Lukian Guttenbrunner hat sich für Am Puls auf Spurensuche nach den Spinnentieren begeben.Interviewpartnerin: Judith Aberle, Virologin an der Medizinischen Universität WienRubrik „Eine Frage noch"Was muss ich beachten, wenn ich im Urlaub krank werde? Die Antwort gibt die Juristin Biljana Savic von der Arbeiterkammer WienEin Beitrag von Norbert Peter

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