Lars Eidinger - Sein oder nicht Sein Deutschland 2022
Do, 24.09. | 0:50-1:45 | ARTE
Kultur, 2022
Lars Eidinger ist ein außergewöhnlicher Schauspieler, der das Publikum durch seine körperliche Spielweise und Improvisationslust begeistert. Er wurde 1976 in Berlin geboren. Seit seinem Kinodebüt in "Alle Anderen" (2009) von Maren Ade ist Eidinger auch international bekannt. 2021 bekam er das Angebot, den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen zu spielen, eine Rolle, die bisher fast nur Österreichern vorbehalten war. Doch seine größte Rolle spielt er seit 2008 immer in ausverkauften Vorstellungen als "Hamlet" unter der Regie von Thomas Ostermeier an der Berliner Schaubühne.
Trotz der Erfolge polarisiert Eidinger auch. Oft unterstellt man ihm einen Hang zu Selbstdarstellung, Selbstverliebtheit und Omnipräsenz. Dazu haben zahlreiche Talkshow-Auftritte beigetragen und ein extrovertiertes Auftreten in der Öffentlichkeit. Die Kontroverse um ihn erreichte 2020 einen Höhepunkt, als er bei einer Pressekonferenz der Berlinale über den Hass im Internet spricht und dabei in Tränen ausbricht. Daraufhin brach ein Shitstorm über ihn herein, unter dem er bis heute leidet.
Der Regisseur Reiner Holzemer begegnet dem Schauspieler vorurteilsfrei. Er begleitet Eidinger bei den Proben für den "Jedermann" in Salzburg, für "Hamlet" und "Richard III." an der Berliner Schaubühne und bei Dreharbeiten in Paris. Dadurch bekommt das Publikum einen intimen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers. In biografischen Rückblicken erzählt Holzemer den künstlerischen Werdegang Eidingers, der zunächst eine Tenniskarriere verfolgte, bevor er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sein späteres Handwerk erlernte.
"You can't take your eyes off him!" Isabelle Huppert über Lars Eidinger.
Regie: Reiner Holzemer
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