Die Bibelfälscher Frankreich 2023

Di, 11.08.  |  21:00-21:45  |  ARTE
Untertitel/VT Hörfilm/AD Zweikanalton  Kultur, 2023
Nach der Entdeckung neuer Bibelfragmente wurde in Washington 2017 ein Bibelmuseum eröffnet. Das Projekt kostete rund 700 Millionen Dollar. Es wurde durch Spenden finanziert. Doch schon bald wurden Zweifel an der Echtheit der Fundstücke geäußert. Eine New Yorker Autorin und Journalistin enthüllte Verbindungen von evangelikalen Kreisen, der israelischen Regierung und Donald Trump.

In den frühen 2000er Jahren sorgten mehrere Fragmente mit biblischen Texten auf dem internationalen Antiquitätenmarkt für Furore. Sie wurden als mögliche Ergänzung zu den berühmten "Schriftrollen vom Toten Meer" gehandelt - jenen rund 2.000 Jahre alten Manuskripten, die seit ihrer Entdeckung 1947 in der Wüste von Judäa zu den bedeutendsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts zählen.
Doch der Fund löste nicht nur wissenschaftliche Begeisterung aus, sondern auch einen erbitterten Wettstreit unter Sammlern und Forschern. Ein norwegischer Manuskriptliebhaber und ein evangelikaler US-Milliardär investierten Millionen, um einige der vermeintlich heiligen Relikte zu erwerben. Kurz darauf eröffnete in Washington, nur wenige Schritte vom Kapitol entfernt, ein Bibelmuseum, das die Fragmente als Attraktion präsentierte. Die Bedeutung der Funde zog dabei weite Kreise: Sie wurden auch zum Zankapfel im israelisch-palästinensischen Konflikt.
Ein internationales Forscherteam nahm die Untersuchungen auf, und schnell verdichteten sich die Hinweise auf eine mögliche Fälschung. Die Filmemacherin Fanny Belvisi und ihr Kollege Rémi Lainé gehen dieser Frage in einer aufwendig produzierten Dokumentation nach. Ihr Film rekonstruiert die spannende Geschichte der Fragmente und deckt auf, wer von dem spektakulären Betrug profitierte.
Die Dokumentation, gedreht in Israel, den USA, Frankreich, Deutschland und Norwegen, vereint Interviews mit Sammlern, Milliardären, Geistlichen, Politikern und führenden Wissenschaftlern - und liefert so einen aufschlussreichen Beitrag zur modernen Bibelforschung.

Regie:
Rémi Lainé
Fanny Belvisi

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