Le week-end Von Welte-Mignon nach Harmonium, von Orgel nach Klavier

Sa, 25.07.  |  13:00-14:00  |  Ö1
Die Wahl der Waffen (3) – mit Elke Tschaikner und Christian Scheib

Diesmal stellt der Italiener Claudio Brizi einige Raritäten ins „le week-end“ Instrumenten-Bestiarium. Und die Pianisten Camille Saint-Saens, Frederic Chopin und Cyprien Katsaris bestaunen seine Tasten-Wunderwaffen.Wir starten mit der rabiaten Toccata und die vertrackte Fuge in in d-moll, BWV 565, in einer wahrlich le week-end’schen Version, gespielt auf einem Claviorganum, einem Zwitterwesen zwischen Klavier und Orgel, und zwar vom italienischen Musiker Claudio Brizi. Als ausgewiesener Liebhaber ungewöhnlicher, historischer Tasteninstrumente wird er in dieser Mittagsstunde einige besonders exquisite Raritäten in unser Instrumenten-Bestiarium stellen. Aus einer unerwarteten Ecke kommt die Antwort auf diesen Bach. Ausgerechnet der Franzose Camille Saint-Saens beansprucht die Kunst der Fuge für sich und stellt vor seine Fuge statt einer Toccata eine Fantasia. Und die Spezial-Herausforderung zweier Tastenklangfarben, die mit dem Claviorganum eben gestellt wurde, nimmt er auch an. Saint-Saens bewaffnet sich doppelt: Mit modernem Konzertflügel ebenso wie mit einem sogenannten Kunstharmonium der Pariser Firma Victor Musel aus 1902. Seine zwei Sekundanten nehmen an den Instrumenten Platz, Johannes Matthias Michel und Ernst Breidenbach sind Experten für französisch Klangpyrotechnik und sie zünden im Auftrag des Komponisten ein rasendes Tonleiterfeuerwerk. Camille Saint-Saens wird auch höchstpersönlich zu hören sein, denn er hat zum Thema historische Aufführungspraxis und historische Instrumente noch etwas anzumerken. Was nämlich in unserem radiophonen Instrumentenmuseum fehle, sei ein sogenanntes Reproduktionsklavier, meint er, genau gesagt ein Instrument der Marke Welte-Mignon. Wie sonst könnten wir den hören, wie und wie frei Camille Saint-Saens im Jahr 1905 Chopin interpretiert.

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