Spielräume Kontrollverlust und Selbstermächtigung
Mo, 19.10. | 17:30-17:55 | Ö1
Drei unterschiedliche Zugänge zu Selbstbestimmung, Identität und Zusammenhalt finden sich auf den Neuerscheinungen dieser Wiener Bands."Apply Autonomy" heißt das dritte Album von My Ugly Clementine. Mira Lu Kovacs, Sophie Lindinger und Nastasja Ronck verhandeln darauf die Frage nach Autonomie. Der Track „Unlawfully wedded“ ist ein starkes Plädoyer für Freundinnenschaft – die Band lädt auf ihren Konzerten zu symbolischen Freundschaftshochzeiten auf der Bühne ein. Auf Culks viertem Album „smogstar“ erkundet die Band rund um Sophie Löw die Stadt als Metapher für Anonymität und Gemeinschaft. Zehn Songs, produziert von Sophie Lindinger, begleiten eine fiktive „Smogstar“-Heldin durch Höhen und Abgründe der Selbstfindung – mit dem ersten echtem Lovesong der Bandgeschichte, „kaputte speaker“.Dazu passt noch das zweite Endless-Wellness-Album „Domino Days“, das soeben erschienen ist. War das Debüt „Was für ein Glück“ noch ein Ausrufezeichen, das die Indie Szene ordentlich aufgewirbelt hat, ist „Domino Days“ – laut Bassistin Milena Klien im Interview mit The Gap – „eher ein Fragezeichen“, eine Auseinandersetzung mit der Fragilität bestehender Systeme und der Sehnsucht nach einer besseren, gemeinsamen Welt. Die Band bleibt trotz aller Kritik in den Texten zart, pointiert und nie zynisch. Mitreißend sind die Songs sowieso.
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