Kammermusikfest Lockenhaus 2026 Olli Mustonen spielt alle Prokofjew-Sonaten (II)
Sa, 17.10. | 15:05-16:57 | Ö1
Prokofjew schrieb über sein ganzes Leben verteilt Klaviersonaten. Der 2008 verstorbene deutsche Musikwissenschaftler und Autor Detlev Gojowy fasste dieses Phänomen so zusammen: „Seine brillanten Jugend-Sonaten Nr. 1 bis 5 hatte Prokofjew in den Jahren 1909 bis 1923 teilweise noch auf dem Konservatorium komponiert (.) Zwischen den Jugendsonaten und seiner Sechsten lagen seine Emigration – und die Rückkehr nach Russland. Im Grunde knüpfte er danach an die motorische, eigenwillig unakademische Sprache der frühen Sonaten an. In einer vielleicht gereifteren, konzentrierteren Weise, aber die Richtung blieb unverändert“. In zwei großen, direkt aufeinander folgenden Klavierabenden in Lockenhaus 2026, widmete sich der finnische Pianist Olli Mustonen dem gesamten Sonatenwerk von Sergej Prokofjew. An seinem zweiten Abend, am 14. Juli, begann er mit der 5. Sonate, die aus den frühen 1920er Jahren stammt und als einzige im Exil entstand. Danach widmete er sich zwei der drei großen „Kriegssonaten“- der Nr. 8 und als Finalstück, der Sonate Nr. 7. In die Mitte seines Klavierabends legte Olli Mustonen zwei kurze einsätzige Sonaten des ganz jungen Studenten Prokofjew: Die Nr. 1 in f-Moll und die Nr. 3 in a-Moll.Dieser Abend zeigt ein weiteres Mal eine Klangwelt, die Prokofjew am Klavier schuf, die es weder vor noch nach ihm so gab. Es sind Werke, die zwar Konzentration erfordern, aber einen dafür immer wieder mit ihrer plötzlichen Schönheit überraschen oder mit ihrer plötzlichen Vehemenz, oft als Ausdruck von purem Zorn.
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