Spielräume Loudon Wainwright III zum 80. Geburtstag
Fr, 04.09. | 17:30-17:55 | Ö1
Loudon Wainwright III, geboren am 5. September 1946 in Chapel Hill, North Carolina, stammt aus einer illustren Familie. Seine Ahnenreihe reicht zurück bis zu Peter Stuyvesant, dem Generaldirektor der einstigen Kolonie Neu-Niederlande, bevor diese englisch und aus Nieuw Amsterdam New York wurde. Umso respektloser nimmt er aufs Korn, was vielen Landsleuten heilig ist: vom Sport-Fantum bis zu den jeweils amtierenden Präsidenten, von Bob Dylan bis Countrymusik (stilistisch im musikalisch besten Countrygewand).Nichtsdestotrotz ist der aufmüpfige Songautor mehrfach geehrt worden: mit einem Grammy (Best Traditional Folk Album) für sein Tribute-Album an den Sänger und Banjospieler Charlie Poole; 2015 mit einer Auszeichnung von BBC Radio 2 für sein Lebenswerk. Bonnie Raitt, Johnny Cash und Mose Allison sind unter den vielen, die Songs von ihm aufgeführt haben – und zum Konzert zu seinem 80. Geburtstag hat sich unter anderem Jazzgitarrist John Scofield angesagt, neben vielen Mitgliedern der Musikfamilie Wainwright. Loudon Wainwrights Angehörige – seine ehemalige Ehefrau, die Folksängerin Kate McGarrigle, und die ebenfalls singenden Kinder, unter ihnen Tochter Martha und Sohn Rufus – waren nicht immer angetan, als er Lieder über sie schrieb (und veröffentlichte). Einige Antwortsongs an/über den Gatten und Vater waren die Folge. Andererseits zählen gerade Wainwrights Lieder, die von Nahestehenden und Nahegehendem inspiriert waren, zu den persönlichsten und ernstesten des notorischen Spötters.Der Autor und Kritiker Stephen Holden urteilte (zitiert nach Wainwrights Agentur): „Mr. Wainwright hat sich als offenherzigster Tagebuchschreiber unter den Singer-Songwritern erwiesen, die Bekenntnislyrik in die Popmusik eingeführt haben. Er entlockt seinen Widersprüchen mehr menschliche Wahrheit als jeder andere Songwriter seiner Generation“.
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