Vorgestellt Charpentiers „Actéon“ und Blockflöte hoch fünf
Fr, 04.09. | 11:30-12:00 | Ö1
Eine Jagd-Oper im Miniaturformat schuf Marc-Antoine Charpentier mit seiner 1684 entstandenen „pastorale en musique“ „Actéon“: eine dramatische Geschichte rund um den Jäger Actaeon, der seiner eigenen Meute zum Opfer fällt – als Strafe für das heimliche Beobachten der Jagdgöttin Diana und ihrer Nymphen beim Nackt-Baden. Für eine Handvoll Musiker:innen komponierte Charpentier diese Tragödie, wobei er das ganze Werk wenig später freimütig umarbeitete und aus dem Tenor der Titelpartie einen Sopran machte. Das belgische Alte Musik-Kollektiv Scherzi Musicali entschloss sich, beide Versionen auf einer CD zu vereinen, was eine reizvolle Entdeckungsreise ermöglicht, welche unterschiedliche Lesarten zulässt. Darüber hinaus ist die Akribie, mit der die Musiker:innen rund um ihren Leiter, den Cembalisten Nicolas Achten, hier an die Arbeit gingen, bemerkenswert – sowohl das Instrumentarium als auch die Sprache betreffend. Unterm Strich ein packendes Hörerlebnis!In ähnlichen Gefilden bewegt sich das österreichische Blockflötenconsort „As Time Goes By“, wobei das Thema „Jagd“ hier nur gestreift wird. Ihre Debüt-CD haben die fünf Musiker:innen rund um die 1621 entstandenen „Ludi Musici“ von Samuel Scheidt aufgebaut, ergänzt durch Literatur von Jan Pieterszoon Sweelinck, John Bull und Johann Hermann Schein. Dem Titel der CD werden die Musiker:innen gerecht – mit ebenso großer Entdecker- wie Spielfreude tanzen sie sich durch das frühe 17. Jahrhundert: federleicht, verspielt, und mit dem nötigen Tiefgang.
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