#doublecheck – das Ö1 Medienmagazin Einmal Zukunft für den ORF

Do, 03.09.  |  18:25-18:55  |  Ö1
Mit einem „Zukunftsforum“ am 10. und 11. September will Medienminister Andreas Babler von der SPÖ eine größere ORF-Reform einläuten. Was genau diese bringen wird, ist offen. Das wird erst in Verhandlungen mit der ÖVP und den NEOS geklärt werden, die dann auf das Diskussionsformat folgen. „#doublecheck“ spricht mit dem Medienminister über seine Erwartungen an die Reform und mit Generaldirektorin Ingrid Thurnher über die Positionierung des ORF dazu.

Thurnher hat – wie bei ihrem Antritt als ORF-Chefin nach dem Rücktritt von Roland Weißmann im Frühjahr versprochen – im Unternehmen aufgeräumt und Konsequenzen in heiklen Personalfragen gezogen. Weißmann, Pius Strobl, Peter Schöber, Oliver Böhm – mehrere Topverdiener nach der ORF-Transparenzliste sind außer Dienst gestellt oder gekündigt worden. Und die Liste könnte noch länger werden. Der künftige ORF-Generaldirektor Clemens Pig hat eine Art „Bad Bank“ angekündigt, in die Problem- und Skandalfälle ausgelagert werden sollen. Es soll die Grundlage für den Neustart sein, über den beim „Zukunftsforum“ in verschiedenen Facetten diskutiert werden wird. Kampf um Vertrauen und PublikumInhaltlich geht es dem künftigen ORF-Chef Pig darum, Vertrauen zurückzugewinnen und den sehr auf seine verschiedenen Sender konzentrierten ORF zu einer „Plattform der Gesellschaft“ zu machen, auch mit neuen und passenden Angeboten für das junge Publikum. Stiftungsrat Leonhard Dobusch bringt hier das Beispiel „Funk“ ein, es ist das erfolgreiche digitale Angebot von ARD und ZDF, den Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland. All das muss vor dem Hintergrund jener Kürzung um rund 90 Millionen Euro vor sich gehen, die die Regierung dem ORF im Zuge der Budgetsanierung beschert hat. Das rüttelt an den Grundfesten des ORF, so hat es Generaldirektorin Thurnher ausgedrückt. Neuer Anlauf für mehr UnabhängigkeitDer ORF geht gegen die überfallsartige Durchlöcherung seiner Finanzierung mit Beschwerden bei Medienbehörde und Verfassungsgerichtshof vor. Das ändert nichts an den harten Schnitten, die bevorstehen, denn die rechtliche Klärung dauert erfahrungsgemäß Jahre. Aber es geht um die langfristige Absicherung der finanziellen Unabhängigkeit des ORF, zur Diskussion steht auch eine verfassungsmäßige Verankerung der Haushaltsabgabe, die ja die FPÖ als immerhin stärkste Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung sofort abschaffen will. Auch im ORF-Stiftungsrat kündigen sich mit dem Abgang des Vizevorsitzenden und ÖVP-Freundeskreisleiters Gregor Schütze Änderungen an, eine Reform der Gremien mit weniger Parteien- und Regierungseinfluss steht zur Verhandlung. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara und Stefan Kappacher

in Outlook/iCal importieren

Meine Merkliste

Senderinfos zu Ö1:

Ö1 – Kontakt und Infos