Spielräume Vibrafonisten-Meister: Stefon Harris und Joel Ross

Do, 03.09.  |  17:30-17:55  |  Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Die US-amerikanischen Jazzvibrafonisten Stefon Harris und Joel Ross mit Hommagen an das musikalische Erbe – des Jazz bzw. des Gospel-Song-Repertoires

Sie repräsentieren verschiedene Generationen von Jazz-Vibrafonisten und sind einander doch eng verbunden: Der 53-jährige Stefon Harris aus Albany, New York, und der 31-jährige Joel Ross aus Chicago.Ersterer begeht aktuell das 20-jährige Gründungsjubiläum seiner Band Blackout, und zwar mit der Veröffentlichung des Albums „Legacy Dances“ (Motéma Music) – mit dem sich Stefon Harris vor einigen Säulenheiligen der Jazzgeschichte verbeugt: Etwa vor Trompeter Louis Armstrong (mit einer eigenwilligen Version von „What A Wonderful World“), vor Pianist Willie „The Lion“ Smith oder Poet Amiri Baraka. Zudem steht das Album im Andenken an ein langjähriges Bandmitglied, Saxofonist Casey Benjamin, der im März 2024 – nach Beendigung der Aufnahmen zu „Legacy Dances“ – 45-jährig verstorben ist: Auch sein Erbe wird hier gewürdigt.Joel Ross war Harris’ Schüler am Brubeck Institute in Stockton, Kalifornien, und machte sich als eigenwilliger Meister der so hell und luzide klingenden Klangstäbe einen Namen. Diese bearbeitet er üblicherweise – in rhythmisch akzentuierter Spielweise – mit zwei oder drei Schlägeln, nicht mit der von Gary Burton eingeführten und seither quasi obligaten Vier-Schlägel-Technik. Seit 2019 beim renommierten Label Blue Note Records unter Vertrag, lässt sich Joel Ross im Rahmen des aktuellen Opus „Gospel Music“ von zeitgenössischen Gospelsängern und -sängerinnen wie Fred Hammond, Yolanda Adams und Kirk Franklin inspirieren – und reflektiert so auch sein Aufwachsen in einer Baptistenkirche an Chicagos South Side, in der sein Vater als Seelsorger und Chorleiter tätig war.

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