Ausgewählt Erzählungen ohne Worte

Do, 23.07.  |  10:05-11:00  |  Ö1
Balladen für Klavier (Chopin) und Orchester (Dukas’ Zauberlehrling) – Wiederholung vom 03. April 2025

Eine Erzählung in Strophen, oft in Reimen, die auf ein dramatisches Ende zuläuft und die von mysteriösen oder märchenhaften Ereignissen berichtet – so die Merkmale der literarischen Ballade. Kann das Klavier so etwas auch erzählen? Chopin war wahrscheinlich der erste, der in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts 4 reinen Klavierkompositionen den Titel ,Balladen’ gab. Angeblich wurde er zu diesen Stücken durch die Balladen des polnischen Dichters Adam Mickiewicz inspiriert. Auch wenn sehr fraglich ist, ob diese Geschichte stimmt, den Charakter dieser 4 Stücke kann man durchaus als balladenhaft bezeichnen: nicht nur durch ihre Steigerung gegen Ende, sondern auch durch ihre abrupten Stimmungswechsel, wie unvorhersehbare Ereignisse in einer mysteriös-märchenhaften Erzählung. – Myteriös-märchenhaft ist auch Goethes berühmte Ballade vom „Zauberlehrling“. Ohne Worte und trotzdem wie eine wörtliche Vertonung klingt Paul Dukas’ tonmalerische Nachzeichnung von Goethes „Zauberlehrling“ für Orchester mit dem Titel „L’Apprenti sorcier.“

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