Der Tod in der Flasche Nach der gleichnamigen Erzählung von Viktor Smirnow / von Viktor Smirnow
Mo, 15.06. | 20:00-21:00 | MDR Figaro
Von Viktor Smirnow
In der Datsche des Fernsehmechanikers Schwawejkin wird der aus dem Gefängnis geflüchtete Worobjow, der wegen Beteiligung an einem Raubüberfall auf einen Geldtransport eine längere Freiheitstrafe verbüßt, unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Als Ursache wird Blausäure festgestellt. Leutnant Skoworodenko hält den Tod des flüchtigen Worobjow für einen unglücklichen Zufall, nicht so Oberleutnant Tschernow.
"Der Tod in der Flasche" ist ein typischer "Krimi am Freitag" des Rundfunks der DDR. Für die straff erzählten Fälle steht kaum eine halbe Stunde zur Verfügung. Alles musste effektiv organisiert sein: das gesamte Ensemble spielt auf Punkt, alle notwendigen Charaktere sind scharf geschnitten ohne zu chargieren. Und daneben noch, als Spielbein, kleinere Rivalitäten und Eigenheiten im Figurenpersonal. Wie im vorliegenden Fall der von Dieter Mann in schöner Schmallippigkeit gezeichnete Ermittlungsführer Tschernow: Bis zu Minute 20 nur mit der Entgegennahme mehr oder minder hilfreicher Ermittlungsergebnissen seiner Crew beschäftigt - um dann im Finale seinen Scharfsinn auszuspielen.
Dieter Mann (* 20. Juni 1941 in Berlin; ? 3. Februar 2022 ebenda) zählte zu den profiliertesten Darstellern seiner Generation. Nach einem Berufsabschluss als Dreher und dem Abitur an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät studierte er an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Sein unverwechselbares Timbre gab unzähligen Figuren auf Bühne, Leinwand und im Hörspiel präzise Kontur. Ab 1990 fand er ein großes gesamtdeutsches Publikum. Seinem Berliner Stammhaus, dem Deutschen Theater, stand er von 1984 bis 1991 als Intendant vor. Er war einer der wenigen Theaterleiter, dem die Ensembles mit der Wende nicht das Vertrauen entzogen. Dieter Mann ging auch in den Hörfunk-Studios der ARD ein und aus. Für MDR KULTUR las er u.a. Hunderte Folgen der Sendereihe "Fundus", die Casanova-Biografie von Stefan Zweig (2013) und "Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer" von Volker Braun (2010)
Regie: Helmut Hellstorff
Produktion: Rundfunk der DDR 1978
Mitwirkende:
Peter Reusse - Schawejkin
Dieter Mann - Tschernow
Wolfgang Penz - Skoworodenko
Ezard Haußmann - Arzt
Gisela Morgen - Frau
Walter Wickenhauser - Sawitzki
(25 Min.)
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