Ausgewählt Capriccio oder: alles ist möglich!

Mo, 20.07.  |  10:05-11:00  |  Ö1
Von der Freiheit der Fantasie. Eine kleine (Musik-)Geschichte des Begriffs „Capriccio“ – 1.Teil (Wiederholung vom 25. Jänner 2024)

Durch die gesamte romanische Kunstwelt des 16. und 17. Jahrhundert geistert dieser kunsttheoretische Begriff: Capriccio oder Caprice, um Werke zu bezeichnen, die nur der Fantasie entsprungen sind, die keinen Regeln folgen oder sogar den allgemeinen Regeln widersprechen, sie ad absurdum führen. Ihre Schöpfer sind frei, alles auszudrücken, was ihnen beliebt, denn es handelt sich ja bloß um eine Erfindung ihrer Vorstellungskraft. Sei es in der Literatur, der Architektur, der Bildenden Kunst oder der Musik – im Capriccio ist die Freiheit vielleicht noch größer als in der Form der Fantasie, mit der es eng verwandt ist. Oder wie es der Musiktheoretiker Johann Mattheson in seinem „Vollkommenen Kapellmeister“ formuliert: „Je wunderlicher und außerordentlicher das Capriccio ist, desto mehr verdient es seinen Namen.“

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