Tracks East Konservativ ist das neue Cool
Sa, 18.07. | 19:40-20:15 | ARTE
Kultur, 2025
Durch viele westliche Gesellschaften weht ein konservativer Wind - und er zeigt sich längst nicht nur in der Politik. Tradition, nationale Identität und „klassische Werte“: Begriffe, die vor kurzem noch altmodisch wirkten, feiern ihr Comeback. Für manche ist das ein dringend nötiger Gegenpol zum rasenden Wandel, für andere ein gefährlicher Rückschritt. „Tracks East“, fragt: Ist das Rückkehr zu alten Idealen oder nur Suche nach Halt?
In New York untersucht Reporter Jean-Michel Scherbak, warum Konservatismus gerade „cool“ wird - und wie Social Media den Trend befeuert. Während sich junge Frauen im „Tradwife“-Look inszenieren und Wellness mit konservativen Botschaften verschmelzen, wehren sich andere Stimmen gegen die Re-Branding-Versuche von „Hausfrauenidealen“ und warnen vor gezielten Kampagnen der „Alt-Right“.
Doch das Phänomen geht über die USA hinaus: In Südkorea wächst mit der radikalen „4B“-Bewegung eine Gegenströmung, die selbst Dating mit Männern ablehnt. In Russland wiederum suchen westliche Auswanderer vermeintliche Sicherheit im Autoritären. Und in Ungarn wird Kultur zur Bühne der Politik: Rockbands wie die Bagossy Brothers oder Popstars wie Muri Enikő verbinden Unterhaltung mit Loyalität zu Viktor Orbán - und prägen so die konservative Ästhetik einer jungen Generation.
Zwischen Nostalgie und neuer Coolness untersucht „Tracks East“, was der konservative Zeitgeist über die Gegenwart verrät - und wie er die Zukunft prägen könnte.
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