Zeit-Ton extended Alexander Kranabetter im „Zeit-Ton“ mit Porträt und Konzert

Fr, 05.06.  |  23:03-0:00  |  Ö1
Trompete mit Elektronik

Ein „Zeit-Ton extended“ ganz im Zeichen von Alexander Kranabetter: Vom Jazz kommend, hat der Trompeter sein Schaffen immer mehr zu Improvisation und Klangkunst ausgedehnt. Viele internationale und heimische Zusammenarbeiten unterstreichen das, aktuell etwa mit der Pianistin Ingrid Schmoliner im Duo Drank. In der ersten Stunde gibt es ein Porträt über den vielfältigen Musiker zu hören, in der zweiten die Aufnahme eines Konzerts des Trios m o s Ende 2025 im ORF Radiokulturhaus. Alexander Kranabetter wurde 1988 in Lauterach (Vorarlberg) geboren. In den frühen 2010er Jahren studierte er an der Linzer Bruckner-Uni Trompete. Aus jener Zeit stammen auch die Gründungen von m o s sowie des Sextetts Gnigler mit dem Saxofonisten Jakob Gnigler. In den letzten Jahren haben sich Kranabetters Projekte vervielfacht. So gab es Produktionen mit dem Schlagzeuger Lukas König zusammen mit der Sängerin Anja Plaschg (aka Soap & Skin), und mit Plaschg trat er in der vom Schlagzeuger und bildenden Künstler David Reumüller initiierten Sextett-Formation Exit Void am diesjährigen donaufestival auf. Im Frühling 2025 ist mit „Breath in Definition“ das Debüt-Album von Drank erschienen. Von der Ö1 „Jazznacht“ wurde es wegen „seiner improvisierten Soundscapes zwischen kantablen Trompetenlyrismen, elektronischen Klangbändern und repetitiven Patterns des präparierten Klaviers“ gelobt. Kranabetter und Schmoliner spielten dann bei Festivals wie Wien Modern und Unlimited in Wels und gestalteten für das Filmfestival diagonale 2025 im Rahmen einer Retrospektive zu Jean Epstein eine Vertonung von dessen surrealistischem Film „La Chute de la Maison Usher“ (1928). Kranabetter, der im Ensemble von Soap & Skin spielt und in der Band von Voodoo Jürgens, hat auf dem Label Smallforms sein Solo-Debüt-Album „Textures“ (2021) und mit dem Wiener Musiker Pete Prison IV das Album „The Stroll“ (2025) herausgebracht: Zwei Werke, die mit Stilmitteln von Noise und Elektroakustik Trompeten-Improvisation in einen radikal experimentalelektronischen Kontext setzen. In der zweiten Stunde präsentiert der „Zeit-Ton extended“ ein Konzert von m o s, das sie im Dezember 2025 im ORF Radiokulturhaus gegeben hatten. Das 2013 in Wien gegründete Trio aus Ivo Fina (Gitarre, Elektronik), Johannes Wakolbinger (Schlagzeug, Synthesizer) und Alexander Kranabetter (Trompete, Synthesizer) brachte 2022 mit „mnemonic“ (col legno) das zweite Album heraus. Michael Ternai von der Musikplattform mica beschreibt „mnemonic“ als „ständig wandelnde collagenartige und zerbrechlich wirkende Klangbilder, die sie sich über weite Spannungsbögen erzählen und dabei wahnsinnig viel Dichte und Atmosphäre erzeugen.“ Was auch für das Konzert von m o s im Radiokulturhaus zutrifft. Eine einstündige Improvisation, die sich bezeichnenderweise „Correspondences“ nennt: Jazz, Postrock und Elektronik verbunden zu einem ebenso fragilen wie fordernden Klangerlebnis.

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