Talking about Trees Tschad/Frankreich 2017

Mo, 13.05.  |  23:55-1:30  |  ARTE
Stereo  Information, 2017
"Talking about Trees" ist ein dokumentarisches Märchen über die Leidenschaft des Filmemachens und die Freude, sie im Kino aufzuführen.
Der Film thematisiert die schwierige Lage im Sudan - ein krisengeschütteltes Land, dessen Alltag von Staatsstreichen und Krieg, aber auch von großer Hoffnung geprägt ist. Es ist die Geschichte von vier Mitgliedern des Sudanesischen Filmclubs, die sich weigern, sich den Verboten des autokratischen Regimes zu unterwerfen, und versuchen, ein stillgelegtes Kino wiederzubeleben. Der Dokumentarfilm lief auf der Berlinale 2019 und gewann dort den Panorama-Publikumspreis.

Ibrahim, Manar, Soliman und Altayeb haben eines gemeinsam: Sie sind Filmemacher und Mitglieder des Sudanesischen Filmclubs. Nach Jahren des Exils kommen sie in ihrer Heimat wieder zusammen, um sich endlich ihren alten Traum zu erfüllen: das Kino im islamischen und totalitären Sudan wiederzubeleben.

Trotz der Zensur des diktatorischen Regimes unter Saleh Bashir, der 1989 die Schließung aller Kinos forderte, wollen sie Filme wieder einem Publikum zugänglich machen und fahren mit ihrem Van durch das Land. So träumen die vier Freunde aus Kindertagen von einem großen Public Viewing in Omdurman. Sie wollen dafür ein verfallenes Kino renovieren. Ihr Ziel: künftigen Generationen etwas zu hinterlassen.

In einem Land, das ihnen die Ausübung ihres Berufes seit Jahren verboten hat, kann sie nichts von ihrem Vorhaben abhalten, auch wenn zum hundertsten Mal der Strom ausfällt. Zudem müssen sie Sandstürmen und Überschwemmungen trotzen. Sie haben eine Form von "Sprechkino" entwickelt, improvisieren mit fiktiven Kulissen und Kameras; echte Drehs mit echtem Equipment sind derzeit nicht möglich.

Ibrahim, Manar, Soliman und Altayeb müssen Geld aufbringen, um den heruntergekommenen Kinosaal zu renovieren und eine neue Leinwand zu kaufen, die dem Wind standhält. Der Einsatz für ihre Utopie kommt sie teuer zu stehen: Sie werden verfolgt, verschulden sich und müssen mit den Vorwürfen derjenigen leben, die an sie geglaubt und sie geliebt hatten. Die Besetzung eines verlassenen Kinos ist für sie ein symbolischer Racheakt an einem despotischen Regime, in dem Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit nicht viel gelten.

"Talking about Trees" ist im Stil des Direct Cinemas gedreht, bedient sich dabei aber auch fiktionaler Elemente. Die Kamera ist ganz nah an den Protagonisten und betrachtet alles aus ihrer Perspektive. Die sehr komplexe Situation des Landes dient dabei stets als Hintergrund, sie spiegelt sich in den Erlebnissen und Einzelschicksalen der Protagonisten wider.

Regie: Suhaib Gasmelbari

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