Das Rote Imperium (3/3) Supermacht und Supergau

Mi, 25.01.  |  23:50-0:35  |  Das Erste
Untertitel/VT Hörfilm/AD Stereo  Kultur, 2022

Das Rote Imperium: Dreiteiler am 7., 14. und 21. Februar 23 erzählt vom Aufstieg und Fall der Sowjetunion.

  • Das MDR-Fernsehen zeigt den Dreiteiler am 7., 14. und 21. Februar, jeweils um 22.10 Uhr.

Elf Zeitzonen, 22 Millionen Quadratkilometer Land, knapp 300 Millionen Einwohner: Das war die Sowjetunion! 1922 nach der Oktoberrevolution von Lenin gegründet und 1991 unter Gorbatschow untergegangen. Die dreiteilige MDR-Doku „Das Rote Imperium“ erzählt die Geschichte dieses Riesenreiches und seiner Bewohner, bekannt als „Homo Sowjeticus“. Zu dessen Erbe gehören auch die aktuellen Auseinandersetzungen im postsowjetischen Raum, die in der Doku „Das Rote Imperium“ historisch eingeordnet werden.

Die dreiteilige Doku „Das Rote Imperium“ erzählt von einem beispiellosen Experiment, das einen neuen Sowjetmenschen und eine neue Gesellschaftsform erschaffen wollte. 100 Jahre nach der Gründung der „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ (UdSSR) haben sich die renommierten Filmemacher und Russlandexperten Martin Hübner und Jürgen Ast auf die Spuren eines untergegangenen und doch noch immer lebendigen Imperiums begeben. Als der MDR mit der Arbeit an der Doku-Serie begann, war der Ukraine-Krieg noch unvorstellbar und viele Archive in den ehemaligen Sowjet-Republiken noch zugänglich. So konnten für die Filmreihe spektakuläre Bilder aus der beispiellosen Geschichte der Sowjetunion – von den Anfängen 1922 bis zum Kollaps 1991 – recherchiert werden.

Neben exklusivem Archivmaterial, das erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird, kommen zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kunst zu Wort. Zu ihnen gehört auch die Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, geboren in der Ukraine und aufgewachsen in Belarus. Bekannt wurde die Schriftstellerin durch ihre aufsehenerregenden Bücher über den Afghanistan-Krieg und die Katastrophe im Tschernobyl und ihre klugen und schonungslosen Exkursionen durch die Seele des sogenannten „Homo Sowjeticus“. Sie beschrieb ihn als einen Menschen, „der nicht sich selbst gehört. Ein Wesen, wie ein Schmetterling im Beton“. Bis heute, so zeigt die Doku, ist der „Homo Sowjeticus“ nicht zur Ruhe gekommen. Viele der Konfliktherde im postsowjetischen Raum, die die Welt in Atem halten, sind nur im Rückblick auf die Geschichte der Sowjetunion zu verstehen.

Die drei Folgen der Reihe „Das Rote Imperium“ („Neuer Mensch und Großer Terror“, „Großer Krieg und neue Träume“ und „Supermacht und Supergau“) sind ab sofort für ein Jahr in der ARD Mediathek abrufbar und am 23., 24. und 25. Januar, jeweils um 23.35 Uhr im Ersten zu sehen. Das MDR-Fernsehen zeigt den Dreiteiler am 7., 14. und 21. Februar, jeweils um 22.10 Uhr.

Das Rote Imperium: Stalin als ,,Vater der Völker": Der Personenkult um den sowjetischen Diktator nahm immer größere Ausmaße an. Bild: Sender / MDR / arte / Galerie Bilderwelt
Das Rote Imperium: Stalin als ,,Vater der Völker": Der Personenkult um den sowjetischen Diktator nahm immer größere Ausmaße an. Bild: Sender / MDR / arte / Galerie Bilderwelt
Der dritte Teil der Dokumentation rekonstruiert die letzten zwei Jahrzehnte der UdSSR. Noch immer schien die revolutionäre Energie, mit der das Land einst begründet wurde, nicht völlig aufgebraucht. Noch waren Idealismus und der Elan der Patrioten vorhanden, aber eben auch Stagnation und Agonie. Gorbatschow sorgte für neue Akzente. Mit Glasnost und Perestroika sollte das Imperium reformiert werden. Aber alle Rettungsversuche scheiterten, der Erosionsprozess war nicht mehr zu stoppen. Die Fliehkräfte wurden immer größer und 1991 erfolgte der Kollaps.

Regie:
Jürgen Ast
Martin Hübner

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