Terra X

Der Dreißigjährige Krieg (vom 28.10.2018)

Sa, 17.10.  |  15:20-16:05  |  ZDFneo
Untertitel/VT  Deutschland 2018 Länge: 45 Min.

Der Dreißigjährige Krieg: Sa, 17.10.  |  15:20-16:05  |  ZDFneo

Der Dreißigjährige Krieg ist als Urkatastrophe in die Geschichte eingegangen. In einem Zweiteiler beleuchtet "Terra X" den Krieg aus der Sicht der einfachen Soldaten und Zivilisten.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Ego-Dokumente aus dem Dreißigjährigen Krieg entdeckt. Einfache Menschen berichten darin von ihrem Leben in Deutschland. Das Besondere an der "Terra X"-Reihe ist, dass der Krieg zum ersten Mal "von unten" gezeigt wird.

Der Schuster Hans Heberle sieht bei Ulm einen Kometen - ein Vorzeichen schrecklichen Unheils. Etwa gleichzeitig im Jahr 1618 war der Prager Fenstersturz die Initialzündung zum großen Krieg. Wenig später erlebt Heberle die wohl erste galoppierende Inflation der mitteleuropäischen Geschichte, die "Kipper- und Wipperzeit". Und er erlebt, wie überall Söldner angeworben werden. Unter ihnen ist Peter Hagendorf, ein Söldner, der wie Heberle Tagebuch geführt hat. Seine Erlebnisse werden in beiden Teilen immer wieder erzählt: etwa in Stade, wo er endlose Zeiten mit Warten im Lager verbringt und zeitweise hungern muss.

Mit dem Eingreifen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf tritt der Krieg in eine neue Phase. In Magdeburg erlebt der zwölfjährige Daniel Friese 1631 die Einnahme der Stadt durch die Kaiserlichen - ein erster, trauriger Höhepunkt der Kriegsgräuel. "Magdeburgisieren" war noch bis ins letzte Jahrhundert ein geläufiger Ausdruck für plündern, brandschatzen und morden ohne Gnade.

Ein weiterer Zeitzeuge, der Pater Caspar Wiltheim, ist bemüht, die entfesselte Gewalt der Söldner in Magdeburg zu bremsen. Einer Frau, die bei ihm Schutz vor Vergewaltigung sucht, hilft er erst, nachdem sie sich mit einem "Ave Maria" zum katholischen Glauben bekennt. Der Söldner Peter Hagendorf wird beim Kampf um Magdeburg verwundet. Ein Feldscher entfernt die Kugel aus der Wunde, Hagendorf überlebt den Schuss - ein Anlass, um den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Chirurgie im 17. Jahrhundert nachzugehen.

In Schwabach bei Nürnberg erlebt die 30-jährige Müllerin Anna Wolf den Angriff der kaiserlichen Streitmacht. Aus Angst vor Vergewaltigung versteckt sie sich auf dem Dachboden ihrer Mühle. Von dort aus beobachtet sie das Wüten der Soldaten bei der Einnahme der Stadt. Und sie rettet sogar den Bürgermeister vor der Todesdrohung der Kaiserlichen. Deren Befehlshaber ist der berühmt-berüchtigte Wallenstein, ein zeitweise äußerst erfolgreicher Kriegsunternehmer, gewissermaßen der Urvater aller Warlords.

Doch Wallenstein wird Opfer einer Verschwörung. 1634 ermordet ihn einer seiner Offiziere. Und der schwäbische Schuster Hans Heberle muss mit seiner Familie immer wieder vor der plündernden und mordenden Soldateska fliehen.



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