Mädchengeschichten: Esther und die Geister Dokumentarfilm von Heidi Specogna, Deutschland 2011

Fr, 14.02.  |  5:20-5:50  |  3sat
Dokumentarsendung/Feature Länge: 30 Min.

Mädchengeschichten: Esther und die Geister: Fr, 14.02.  |  5:20-5:50  |  3sat

Die 17-jährige Esther lebt in Bangui, einer Stadt an der Grenze der Zentralafrikanischen Republik zur Demokratischen Republik Kongo. Sie hat schon viel Grausames erlebt.

Für die Reihe "Mädchengeschichten" zeichnet Dokumentaristin Heidi Specogna das differenzierte und sensible Bild einer jungen Frau, deren persönliche Geschichte das Trauma eines ganzen Landes widerspiegelt.

Als Esther sieben Jahre alt war, wurde ihre Familie von kongolesischen Söldnern überfallen, der Vater ermordet und alle weiblichen Familienmitglieder vergewaltigt.

"Sie sitzt im Schatten eines Hinterhofs und blättert in einem Heft. Die Fotos zeigen Frauen, Männer und Kinder, Opfer von kongolesischen Söldnertruppen, die im Jahr 2002 ins Land eingefallen sind. Acht Jahre später steht der Kommandant der Truppen, Jean-Pierre Bemba, vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Er ist angeklagt, die Vergewaltigungen als Kriegswaffe befohlen zu haben. Ein Ende des Prozesses gegen Bemba ist noch nicht absehbar. Die Zeit zieht ins Land. Aber die Wunden der Opfer heilen nicht" - so schildert Heidi Specogna ihre erste Begegnung mit Esther im Januar 2008.

Die Schweizer Filmemacherin, geboren 1959, lebt und arbeitet in Berlin, wo sie von 1982 bis 1988 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte. Seit 2003 ist sie Dozentin für Dokumentarfilm an der Filmakademie Ludwigsburg. Ihre Filme wurden mit vielen Filmpreisen ausgezeichnet. Darunter auch der von ZDF/3sat koproduzierte lange Dokumentarfilm "Cahier africain" (2015), in dem Heidi Specogna das Thema von "Esther und die Geister" weiter bearbeitete.

"Esther und die Geister" ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Mädchengeschichten". Die Filme porträtieren 17-jährige Mädchen aus verschiedenen Ländern der Welt. Regie führen ausschließlich Frauen, von denen die meisten aus den Herkunftsländern der Mädchen stammen. So repräsentieren die "Mädchengeschichten" nicht nur verschiedene Lebensentwürfe junger Frauen, sondern auch unterschiedliche dokumentarische Erzählweisen internationaler Regisseurinnen.



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