zeit.geschichte Zwölf Tage im Dezember - Die Revolution in Rumänien

Sa, 09.11.  |  21:55-22:45  |  ORF III
Breitbild Stereo 
Jubelnde Zivilisten begrüßen deutsche Truppen in Österreich, 1938. Bild: Sender/ORF/ZDF
Jubelnde Zivilisten begrüßen deutsche Truppen in Österreich, 1938. Bild: Sender/ORF/ZDF

zeit.geschichte: Sa, 09.11.  |  21:55-22:45  |  ORF III

Jedes Jahr kurz vor dem Weihnachtsfest wird in Rumänien der Revolution des Jahres 1989 gedacht. Gedenkgottesdienste werden veranstaltet, Kränze niedergelegt und in Erinnerung an die Opfer der Revolution Kerzen angezündet. Die Ereignisse, die von Temeswar ihren Ausgang nahmen, sind mittlerweile 30 Jahre her und lösten damals eine Welle der Hilfsbereitschaft aus - auch in Österreich. Die ORF-III-Neuproduktion wirft einen genauen Blick auf die Ereignisse und Hintergründe die die "Ära Ceausescu" beendeten. Denn die Proteste galten einem Mann - Nicolae Ceausescu. In den Nachwehen des Ersten Weltkriegs geboren, schließt er sich schon als Jugendlicher der damals verbotenen Rumänischen Kommunistischen Partei an. Nach deren Machtergreifung wird er 1965 ihr Vorsitzender. Er ist vorerst im In- und Ausland sehr populär, da er - allerdings in geheimer Absprache mit der Sowjetunion - eine Politik der vorsichtigen Abgrenzung vom sowjetischen Stalinismus umzusetzen scheint. An der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 nimmt Rumänien als einziges Land des Warschauer Paktes nicht teil.

Die Situation ändert sich jedoch, nachdem Ceausescu 1971 China und Nordkorea besuchte und vom Personenkult um Kim Il Sung und Mao Zedong tief beeindruckt zurückkehrt. Er beginnt, dieses System auf sich und seine Frau Elena zu übertragen. Mit Hilfe der Geheimpolizei "Securitate" verwandelt er Rumänien in einen Polizeistaat und sichert seine Macht durch das regelmäßige Auswechseln der kommunistischen Kader ab. Während seines Regimes wirtschaftet er das Land systematisch zugrunde. 1982 ist der Arbeiter- und Bauernstaat schließlich bankrott. Lebensmittel, Strom und Benzin werden rationiert, pro Haushalt darf nur eine einzige 25 Watt Glühbirne betrieben und die Wohnungen im Winter höchstens bis 12 Grad beheizt werden. Als sich 1989 die Lage so zugespitzt hat, dass die Rumänen demonstrierend auf die Straße gehen, lässt Ceausescus Ehefrau Elena, die in seiner Abwesenheit das Ruder übernimmt, in die Menge schießen. Etliche Menschen sterben. Sinnlose Tode - denn die Revolution ist nicht aufzuhalten. Am 25. Dezember wird das Ehepaar nach einem 90 Minütigen Schauprozess hingerichtet. Ein neues Rumänien ist entstanden.
(Wh. am 10.November, ORFIII)

in Outlook/iCal importieren