Nachtcafé Die SWR Talkshow

Do, 10.10.  |  10:15-11:45  |  3sat
Untertitel/VT  Länge: 90 Min.
Nachtcafé - Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher jeweils freitags um 22:00 Uhr im SWR Fernsehen. Bild: Sender
Nachtcafé - Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher jeweils freitags um 22:00 Uhr im SWR Fernsehen. Bild: Sender

Nachtcafé: Do, 10.10.  |  10:15-11:45  |  3sat

Das Leben ist unberechenbar und stellt uns häufig vor die größten Herausforderungen. Wie gehen wir damit um? Was können wir tun, wenn uns das Schicksal herausfordert?

Manchmal muss man offen sein, wenn das Leben eine zweite Chance bereithält. Denn aus der größten Katastrophe kann etwas Neues erwachsen. Dafür braucht es häufig harte Arbeit und einen eisernen Willen. Aber es braucht vor allem Mut und Zuversicht.

Doch es fällt nicht leicht, in der größten Krise das Gute zu sehen, das kleine Quäntchen Glück im Unglück zu finden. Eine Lebensweisheit sagt: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo eine andere. - Doch was, wenn wir die geschlossene Tür so sehr bedauern, dass wir den neuen Weg gar nicht sehen?

Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

Ein Flugzeugabsturz wurde zum Wendepunkt im Leben von Manon Wolff und Manfred Furter. Denn ihre Lebenspartner waren unter den Todesopfern. Auf den Schock und die Trauer folgte eine unerwartete Wendung. "Wir haben ein unglaubliches Glück gehabt, dass wir uns kennenlernen durften", sagt das heutige Ehepaar, dessen Wege sich nur durch die Katastrophe kreuzten.

Bei Petra Meier lagen das größte Unglück und das größte Glück nur wenige Stunden auseinander: Am selben Tag, als ihre Tochter das Licht der Welt erblickte, starb ihr knapp zweijähriger Sohn. "Ich dachte, ich muss mich jetzt auf das Kind freuen, aber ich war so traurig, dass mein Sohn gestorben war", beschreibt die 37-Jährige das Gefühlschaos jenes schicksalhaften Tages.

Ein Auf und Ab von Glück und Unglück erlebte auch Tomasz Kuklicz. Nach schwieriger Kindheit und Jugend feierte er als "DJ Tomekk" weltweit Erfolge. Doch Ruhm und Geld hatten auch Schattenseiten: Drogen, Eskapaden, Abstürze. "So, wie meine Prägung ist, hätte ich eigentlich mit 37 sterben müssen", sagt der Musiker, dem erst ein Unfall seiner Tochter die Augen öffnete.

Lange gab es für Michaela Läpple kein Glück in ihrem Leben. Von der Mutter tyrannisiert, von Onkel und Nachbar sexuell missbraucht, war ihre Kindheit und Jugend vor allem von Angst geprägt: "Ich weiß nicht, wie ich es damals geschafft habe, das auszuhalten." Erst als sie ihren heutigen Mann kennenlernte, fand sie einen Ausweg und schaffte es, sich ein glückliches Leben aufzubauen.

Auch für Ahmad Al Satati war der Weg ins Glück ein weiter. In Syrien beteiligte sich der Literaturstudent an regimekritischen Aktionen, weshalb er verhaftet und gefoltert wurde. Weil er in Syrien nicht arbeiten durfte und auch sonst keinerlei Perspektive für sich sah, trat er den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Deutschland an: "Für mich ist es eine große Erleichterung, hier zu sein."

Ein Leben im puren Glück gibt es nicht, sagt Professor Dr. Wilhelm Schmid. Doch Glück und Unglück liegen für uns alle nah beisammen, und Schicksalsschläge können auch eine Chance bieten, dem Leben einen neuen Verlauf zu geben. "Wichtig ist aber, dass ein Mensch offen dafür ist, dass sich das Leben noch einmal grundlegend ändern kann", so der Philosoph.



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