3sat-Dokumentarfilmzeit im Feber 2023

Im Februar 2023 montags auf 3sat, die Sendungen, die Sendetermine.

  • Montag, 6. Februar 2023, 22.30 Uhr
  • Ostrov – Die verlorene Insel
  • Dokumentarfilm (92 Min) · Schweiz 2021
  • Regie: Svetlana Rodina und Laurent Stoop
  • Deutsche Erstausstrahlung

Verloren im Kaspischen Meer, beherbergte die Insel Ostrov einst eine gut funktionierende Fischereikolchose. Nach dem Fall der Sowjetunion wurde die Fischfarm zerstört und die Gewinnung von schwarzem Kaviar verboten. Auf dem Festland wird Ostrov „Insel der Wilderer“ genannt.Früher lebten dreitausend Menschen auf der Insel. Heute sind es noch etwa fünfzig. Auf der Insel gibt es weder Gas noch Strom, weder legale Arbeitsplätze, noch Ärzte oder Polizisten. Für Iwan (50), den eigensinnigen Nachfahren einer Fischerdynastie, gibt es nur eine Art für seine Familie aufzukommen: den illegalen Fischfang. Obwohl Iwan wegen Wilderei verurteilt wurde, fährt er immer wieder aufs Meer hinaus. Er hat keine Wahl – entweder er fischt oder er verhungert. Manchmal schaltet Iwan den Generator ein und sieht sich Propaganda im staatlichen Fernsehen an. Iwan glaubt an Putin und die Großmacht Russland. Sein Stolz auf sein Heimatland entschädigt ihn für das Elend des Alltags. Anna (45) hat in ihrer Jugend in der Stadt studiert und gelebt, sich aber in Iwan verliebt und das harte Leben auf der Insel gewählt. Beide wollen, dass ihre Kinder, Anton (19) und Alina (17), irgendwo anders eine
bessere Zukunft haben. Doch seit einiger Zeit fährt auch Anton zusammen mit seinem gleichalterigen Cousin Roman aufs Meer hinaus.

  • Montag, 13. Februar 2023, 22.25 Uhr
  • liebe viele
  • Dokumentarfilm (87 Min) · Deutschland 2019
  • Regie: Vera Drude

Was passiert, wenn ich mich verliebe, obwohl ich in einer festen Beziehung bin? Für die meisten Menschen ein Gedankenspiel, das hier endet - für die Protagonisten des Films geht es weiter. Sie lieben offen mehrere Menschen und leben polyamor. Die erlernten Bilder von Familie und von monogamer Beziehung abzustreifen, ist nicht leicht. Doch alle Paare, die der Dokumentarfilm "liebe viele" von Vera Drude vorstellt, sind auch heute noch zusammen. Sie haben in der flexiblen Gestaltung ihrer Beziehung Kontinuität und Stabilität gefunden.

  • Montag, 27. Februar 2023, 22.25 Uhr
  • Millions can Walk
  • Dokumentarfilm (89 Min) · Schweiz 2013
  • Regie: Christoph Schaub

Zehntausende bewegen sich in einem über zehn Kilometer langen Protestzug auf die Hauptstadt Delhi zu. Stellvertretend für die 90 Millionen Ureinwohner Indiens fordern sie ein Leben in Würde. Sie werden "Adivasi" genannt, die "ersten Menschen". Doch in der Hierarchie stehen sie ganz unten. Ohne Entschädigung aus ihren Stammesgebieten vertrieben und der Grundlagen ihres Lebens beraubt, fristen viele von ihnen ein menschenunwürdiges Dasein.

Der Film erzählt vom imposanten Protestzug, dessen Idee auf Gandhis Philosophie des gewaltlosen Widerstands gründet, in all seinen Facetten und taucht auch ein in den harten Alltag dieser Menschen in ihren Dörfern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches, darunter auch Kinder und ältere Menschen, widersetzen sich der Hitze, trotzen Krankheiten und nehmen Entbehrungen auf sich. Denn eines steht für sie fest: Sie werden erst umkehren, wenn die Regierung endlich das Recht der Ureinwohner auf Land, Wald und Wasser anerkennt.