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SUMMARY:"Die Fadenkünstlerin" auf MDR
DESCRIPTION:Kann man abgeschieden zwischen Fachwerkhäusern und grünen Hügel leben und trotzdem in der ganzen Welt zu Hause sein? Kann man mit Stahl arbeiten und doch federleichte, lichtdurchflutete Designobjekte erschaffen? Man kann. Stefanie Kölbel kann. Als ehemalige Schlagzeugerin behielt sie die Sticks einfach in der Hand, studierte Textilkunst in Schneeberg und fing an, ihren eigenen Rhythmus mit vier kleinen Holzstäben zu klopfen. Oder besser zu klöppeln. Und das nicht auf die alt traditionelle Art. Sie kreiert aus zarten hauchdünnen Edelstahlfäden und handgefärbten Polyamidfäden Knoten und Linien und formt diese zu filigranen und leichten Strukturen, die wiederum zu zierlichen Gebilden verwebt und gedreht werden.

Stefanie nimmt sich die Zeit. Trotzdem rauschen ihr mit höchster Geschwindigkeit die Klöppelstäbe durch die Hände, und schlagen den Takt jenes Stromes, den man nur vernimmt, wenn man sich etwas traut. Dem Herzblut. Und das im Rythmus der Zeit, bedächtig, geduldig, bestimmt: sonst reist der Faden. Dafür gehen manchmal Wochen ins Land, um ein Schmuckstück fertig zu stellen. Doch es lohnt sich.

Sie hatte den Mut, das mit acht Jahren in der Grundschule erlernte angestaubte Traditionshandwerk in leichte, zarte Edelstahlobjekte umzuwandeln. Sogar das Guggenheim Museum New York hatte ihre Kunst im museumseigenen Shop verkauft.
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