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SUMMARY:"Diagonal" auf Ö1
DESCRIPTION:Zuerst wollte Bertolt Brecht (1898-1956) Musikkritiker werden. Der Augsburger Bürgersohn hatte Klavier- und Violinunterricht genossen, Bach und Wagner im Konzert bescherten ihm rauschhafte Erlebnisse. Nicht weniger groß war seine Begeisterung für Bänkelsänger, Leierkasten und Moritaten aller Art. Der junge Brecht selbst gibt sie an der Gitarre zum Besten. Bei Karl Valentin tritt er als „Klarinettist“ auf. Als linker Theaterdichter fordert er sein Publikum mit „Glotzt nicht so romantisch!“ heraus und verführt es zugleich mit Songs, die bald zum Gassenhauer werden. Das reicht vom ursprünglich in der Sammlung „Hauspostille“ publizierten „Alabama Song“, den Kurt Weill 1927 für die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ adaptiert, bis zur „Moritat von Mackie Messer“, die als Herzstück der „Dreigroschenoper“ rasch auch zum internationalen Erfolg wird. Ab Ende der 1920er Jahre folgt Brechts intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hanns Eisler im Rahmen der Arbeitermusikbewegung. Das vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise entstandene „Solidaritätslied“ wird etwa von einem Chor aus dreitausend Stimmen aufgeführt. Zugleich eröffnet sich für Brecht das neue Medium des Tonfilms. Brecht denkt theoretisch über „Musik für episches Theater“ nach, im nordamerikanischen Exil entwirft er auf der Flucht vor den Nazis eine „History of Jazz“. Am Ende seines umfangreichem „musikalischen“ Schaffens – das „Brecht-Liederbuch“ enthält hunderteinundzwanzig Lieder – stehen die als alternative Hymne der DDR konzipierte „Kinderhymne“ und eine weltweite Brecht-Rezeption durch legendäre Interpret:innen von Ernst Busch über Lotte Lenya bis zu „The Doors“, Nina Hagen und HK Gruber.Studiogäste: Claudia Bosse, Regisseurin, Künstlerin und ChoreographinHK Guber, Komponist und Musiker
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