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SUMMARY:"Vom Kohlerevier zum Segelparadies" auf MDR
DESCRIPTION:Als Manuela Zahn am Ufer des Senftenberger Sees vor 15 Jahren mit ihrem Bootsverleih begann, war das noch Zukunftsmusik. Aber die studierte Sportwissenschaftlerin war fasziniert von der Seenland-Idee und investierte. Heute sind ihre Hausboote, Flöße, Kajaks und Segeljollen nahezu immer ausgebucht und so mancher Freizeitkapitän hat bei ihr schon den Segelschein gemacht.

Dass diese gigantische Landschaftsmetamorphose noch nicht abgeschlossen ist, zeigt das Ufer gegenüber, an dem der Bergbausanierer LMBV immer wieder Sperrungen vornehmen muss, weil Tagebauböschungen in Bewegung geraten. Einer der ältesten gefluteten Seen, der Knappensee, ist deshalb mit seinen instabilen Uferbereichen zu einem großen Problem geworden. Um die Erd- und Wassermassen in die richtige Balance zu bekommen, steuern und überwachen Fachkundige den Flutungsprozess in einer eigenen Zentrale. Uwe Steinhuber von der LMBV erklärt, dass das die Grundlage für den Wandel vom Kohlerevier zum Touristen-Mekka sei. 

Eine, die diese Metamorphose hautnah erlebt, ist "Kohlefrau" Silke Butzlaff. Jahrzehnte grub sie im Führerstand einer Abraumförderbrücke F60 buchstäblich ihre Heimat um, bis die gigantische Tagebau-Maschine stillgelegt wurde. Heute steuert die Lausitzerin im Tagebau Welzow-Süd noch immer tonnenschwere Maschinen und mischt sich ein, wenn es um die Zukunft des Reviers nach der Kohle geht.

Die Böschungen der neu erschaffenen Seen bieten ungeahnte wirtschaftliche Chancen. Cornelia und Andreas Wobar sind wild entschlossen, sie zu nutzen. Pinotin, Johanniter und Solaris heißen ihre Reben - preisgekrönt und pilzresistent stehen sie genau an dem Ort, an dem auch schon der Wein August des Starken reifte. Natürlich lange bevor ganze Dörfer den Baggerschaufeln weichen mussten.

Auch Familie Morgenstern baut am Nordufer des Partwitzer Sees Träume in den Lausitzer Sand. Sie investiert zusammen mit anderen Enthusiasten in eine Ferienhaussiedlung. Keine 10 Meter von der Wasserkante entstehen die ersten von demnächst 31 Holzhäusern. Die Idee sei schon gut 20 Jahre alt, erzählt Karin Mietke, deren Heimatdorf auf dem Grund des Partwitzer Sees schlummert. Mit den Häusern, Cafés und dem gerade entstehenden Hafen soll nun nicht nur der Tourismus einen Schub bekommen. Auch den Partwitzerinnen und Partwitzern wollen die Investierenden ein Stück Heimat zurückgeben.

Vom Kohlerevier zum Segelparadies - die Reportage erzählt von Menschen, die an diesen Wandel glauben und ihn gestalten. Schritt für Schritt gelingt es ihnen, die Wunden in der Landschaft zu heilen.
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