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SUMMARY:"Le week-end" auf Ö1
DESCRIPTION:Wieder steigen Jazzpianist Oscar Peterson und Carl Philipp Emanuel Bach in den Ring bewaffnet mit Tasteninstrumenten aller Art und mit den Adjutanten Count Basie bzw. Freiburger Barockorchester."Die Wahl der Waffen" hieß es letzte Woche in „le week-end“ und die hauptsächlich gewählten Waffen waren zwei heute nur noch selten anzutreffende: ein Tangentenflügel und ein Clavichord. Eine verspielte Wahl der Waffen auch heute wieder und es gibt Kontinuitäten: diverse Tasteninstrumente und Oscar Peterson beispielsweise, auch Carl Philipp Emanuel Bach. Die Wahl der Waffen: In der letzten Sendung bedeutete das, dass zumindest zwei Musiker mit je einem verschiedenen Instrument gegen- oder miteinander antraten. Heute aber eröffnet einer, der für Klänge von sowohl einer Orgel als auch einem Hammerklavier ganz alleine auftreten kann und das nicht mit einem neuzeitlichen Synthesizer, sondern mit einem jahrhundertealten Instrument, einem Claviorganum. Orgelklänge und perlende Hammerklavierläufe also in den Händen eines einzigen Musikers. Der Organist Thomas Schmögner und Komponist Ferdinand Kauer nutzen die Gleichzeitigkeit von cembaloartig klingendem Klavier und Orgel, um gleich ein ganzes Schlachtengemälde auffahren zu lassen. Von friedfertigen Huldigungen zu Beginn über explodierende Pulvertürme und Lamentos bis zum Jubel der Sieger. Die achtminütige „Sonata militare“ aus 1785, dargestellt auf einem Claviorganum.Heute in „le week-end“: „Die Wahl der Waffen, Teil 2: Von Hammond nach electric piano, von Cembalo nach Pianoforte“ und bevor diese Reise losgeht noch ein Wort zum Claviorganum. Die luxuriöse Idee, die Vorzüge von Tasteninstrumenten, die mit Pfeifen einerseits, mit Saiten andererseits arbeiten, zu einem einzigen Instrument zu verknüpfen, die ist instrumentenbautechnisch schon seit dem 15. Jahrhundert belegt und in Renaissance und Frühbarock auch richtig beliebt. Aber: So ein Instrument war nicht nur besonders exquisit, sondern daher eben auch besonders teuer. Ein Instrument für vermögende, liebhaberische Dilettanten, um nicht zu sagen für Fürsten und Könige. Der englische König Heinrich VIII soll übrigens gleich fünf „virgynalls with regals“, also Instrumente mit zugleich Saiten und Pfeifen besessen haben. Auch heute fährt auch nicht jeder einen Rolls Royce, der das vielleicht gerne täte. Graf Basie ließ sich jedenfalls lieber im Jaguar E-Type am Plattencover ablichten und was seine Tastenorientierung betraf war er wählerisch, aber nicht einseitig. Die Wahl der Waffen, also ob Tasten oder Pfeifen, ob Klavier oder Orgel, sollte aber zumindest mit dem Partner abgesprochen sein. Count Basie und Oscar Peterson haben also was zu bereden und die beiden Chefjazzstrategen bringen sich mit ausgeklügelter Verwirrungstaktik in Stellung und in Stimmung für die erste Runde. Nicht Pianist Oscar Peterson nimmt Platz am Klavier sondern Count Basie, denn Peterson überrascht mit einer besonders klangstarken Orgel-Wunderwaffe, einer Hammondorgel.
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