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SUMMARY:"Unser Land in den 60ern" auf Phoenix
DESCRIPTION:Mitte der 60er: Zuerst kam die Queen, und im Sommer 1966 reisten sogar die Beatles nach NRW zu ihrem legendären Konzert in Essen. Das Leben im Westen nahm Fahrt auf, im Fernsehen flog ein Bügeleisen in den Weltraum. Die Röcke wurden kürzer, die Haare länger. Und ein Aufklärungsfilm sorgte für Aufregung und rappelvolle Kinos.

Doch die Jahre 1965 bis 1967 waren auch eine Zeit des Umbruchs: In Düsseldorf beendete die SPD die bis dato ungebrochene Macht der CDU. Heinz Kühn wurde Ministerpräsident. Die Zeit des rasanten Wachstums war vorbei. Im Ruhrgebiet machte das billige Erdöl der Kohle Konkurrenz.

Auch gesellschaftlich lag ein Wandel in der Luft: Viele junge Frauen wollten sich nicht mehr mit einer "Karriere" als Hausfrau und Mutter begnügen. Sie strebten nach mehr Selbstbestimmung  auch in der Sexualität. Die Zeit war reif für "Helga", einen Aufklärungsfilm im Auftrag von Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel. Der Kinofilm sollte Schluss machen mit der Ahnungslosigkeit in Sachen Sex. "Helga" wurde zum Kinohit mit mehr als 40 Millionen Besuchern in der ganzen Welt.

Im WDR wurde zur gleichen Zeit ein "Märchen von übermorgen" zum Kult. Am 17.09.1966 startete Commander Cliff Allister McLane in seiner Orion zum Weltraumabenteuer  mit Badezimmerarmaturen und Bügeleisen als berühmteste Requisiten der deutschen Fernsehgeschichte.

Der Tod von Altbundeskanzler Konrad Adenauer am 19. April 1967 markiert endgültig das Ende der Nachkriegszeit. Es stand etwas Neues bevor. In Köln liefen Studenten und Schüler in tagelangen Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen der KVB Sturm. Es war der Anfang von Protesten gegen die alten Machtstrukturen und für mehr Demokratie. Sie sollten bald das ganze Land erschüttern.

Die Filmemacher haben nicht nur beeindruckendes und zum Teil noch nie gezeigtes Bildmaterial aus den Sechzigern aufgespürt, sondern auch Menschen getroffen, die ihre ganz persönliche Geschichte aus dieser Zeit erzählen. So erinnert sich Ulrich Wickert an seine Studentenzeit in Bonn  als er zuerst die Queen und kurz darauf Rudi Dutschke traf.

Frank Becker berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit der neuen Super-8-Kamera, die ihn zum Chronisten seiner Familie und später zum Besitzer des größten privaten Filmarchivs Deutschlands machte. Und Gevinon Gräfin von dem Bussche-Kessell erzählt, wie sie als Blumenmädchen den königlichen Empfang in Bonn rettete.

In der neuen vierteiligen Reihe "Unser Land in den 60ern" geht es im WDR auf eine Zeitreise  in ein Jahrzehnt, das unser Land geprägt hat wie kaum ein zweites. Die Architektur von damals formt bis heute das Gesicht unserer Städte und Gemeinden. Zehntausende Menschen, die damals als sogenannte "Gastarbeiter" kamen, um die Wirtschaft an Rhein und Ruhr am Laufen zu halten, sind hier längst heimisch geworden. Und die Hits dieser Jahre sind heute Evergreens.

Sendehinweis: 24.07.2026, 15:45 Uhr
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