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SUMMARY:"Le week-end" auf Ö1
DESCRIPTION:Mit Marie Jaëll, Jean-Philippe Rameau, Jacques Offenbach, Beck, Gustav Mahler, Amy Winehouse und vielen anderen.Wir haben uns redlich bemüht, letzte Woche, um Dantes Fußweg vom Inferno über das Purgatorium bis in den Himmel musikalisch mitzugehen. Gerade als wir dabei waren, das Paradies zu erreichen, nahmen wir aber wohl eine falsche Abzweigung. Heute in le week-end daher: Aufstiegsversuch Nr.2. Laut Dante liegt das Paradies ja in luftigen Gipfelhöhen und welch Bergmassiv kann nicht über mehrere Wegvarianten erklommen werden. Begonnen wird die Reise allerdings nicht am Gipfel, sondern ganz unten, in den Tiefen des Inferno. Dichter Dante nahm sich ja in den 1310er Jahren, als er an seiner „Commedia“ arbeitete, den altrömischen Dichterkollegen Vergil als Bergführer. Immerhin war der mit seinem Hauptdarsteller Aeneas schon einmal in der Unterwelt gewesen. Zu Beginn fragen wir also den so erfahrenen wie zurückhaltend formulierenden Vergil: „Ce qu’on entend dans l’inferno“. Was hört man in der tiefsten Unterwelt? Eine Antwort darauf gibt Musik der französischen Pianistin und Komponistin Marie Jaëll, im späten 19. Jahrhundert in einem erstaunlich klaren, modern wirkenden Idiom geschrieben. Drei Klavier-Zyklen nach Dantes „Commedia“ hat sie geschrieben, ein Stück aus Teil 1 heißt: „Was man im Inferno hört“. Marie Jaëll übernimmt in diesem le week-end die Rolle des erfahrenen Tourguides Vergil.Einen versierten Führer brauchen wir auch in diesen finsteren Regionen. Pluto, der Gott des Totenreichs, scheint beispielsweise gerade gar nicht gut gelaunt zu sein. Was täten wir da ohne Vergils Erfahrungsschatz, wenn Jean-Philippe Rameau sämtliche kompositorische Geschütze samt ausgefuchstem Bassisten gegen uns in Stellung bringt: „tout l’Enfer se prépar“.
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