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SUMMARY:"Precht" auf ZDF
DESCRIPTION:<p>Liberale Demokratien entspringen aus dem Geist der Aufklärung. Doch diese Werte wanken, und mit ihnen die Demokratie. Darüber spricht Richard David Precht mit dem Historiker Philipp Blom.<br/><br/>Es entsteht eine Gegenbewegung – eine Gegenaufklärung. Diese hat andere, aus ihrer Sicht höhere Werte wie zum Beispiel Effektivität statt Freiheit und Identität statt prinzipieller Gleichheit. Und daraus erwächst der intellektuelle Nährboden für libertäre Systeme.<br/><br/>Unseren Gesellschaften seien bedroht, weil unsere Demokratien zerbröseln, mahnt Philip Blom. Die Rationalität sei auf dem Rückzug, Verschwörungstheorien hätten dagegen Konjunktur. Dabei sei das Projekt Aufklärung doch längst noch nicht zu Ende gedacht. <br/><br/>Man könne Demokratie mit einem Spiel vergleichen, so Blom, dessen Regeln die Menschen nur so lange folgen, wie sie ihnen fair erscheinen. Ist dies nicht mehr der Fall, weigern sie sich, weiter mitzuspielen. Die gegenwärtige Generation glaubt erstmalig nicht mehr, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Je weniger die liberalen Demokratien aber das Wohlstandsversprechen für möglichst viele einlösen können und je reformunfähiger sie sind, umso mehr wächst der Zweifel an ihrem Fundament aus der Aufklärung. Politisch manifestiert sich dann die Gegenaufklärung als offene Absage an Demokratie und Gleichheit. Schafft sich die Demokratie demnach selbst ab, wenn sie sich als ineffizient wahrnimmt?<br/> <br/>Wie aber steht es um die Werte der Aufklärung? Emanzipation, Selbstbefreiung, Vernunft? Leben wir nicht gerade in einer irrationalen Zeit, in der es zur Mode gehört, hauptsächlich seine Emotionalität freizusetzen? Offensichtlich sind auch wir Tiere, die keine rationalen Ziele haben. Ist da die Abkehr von Gedanken der Aufklärung nicht folgerichtig? Sind die Ideale der Aufklärung am Ende zu naive Ziele für eine Gesellschaft, die ihren Zukunftsoptimismus verloren hat?<br/><br/>Nicht Rationalismus oder der Common Sense sind heute das Gesellschaftsideal, sondern Authentizität und Individualismus. Aber sind diese Werte nicht auch schon längst zu Marktwerten verkommen? Man muss sich fragen, wie es unseren Gesellschaften gelingen kann, die kapitalistische Erosion, diesen Zerfall in lauter Partikularinteressen, aufzuhalten, ohne auf etwas zurückzugreifen, was aus guten Gründen keine verbindende Kraft mehr hat.<br/><br/>Philipp Blom, geboren 1970 in Hamburg, ist ein deutscher Schriftsteller, Historiker und Übersetzer. Er studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford und lebt seit den 1990er-Jahren überwiegend in Wien, wo er auch am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) tätig ist. Bekannt wurde er mit erzählerisch angelegten Kulturgeschichten wie "Der taumelnde Kontinent" (2008) über das Europa vor dem Ersten Weltkrieg und "Böse Philosophen" (2011) über die radikale Aufklärung. Daneben schrieb er Romane, Essays und Kommentare. <br/><br/>In seinen jüngeren Büchern wie "Der strauchelnde Kontinent" (2026) verbindet er die historische Analyse mit Kritik an Wachstumsdenken und Ressourcenverbrauch. Er tritt als öffentlicher Intellektueller auf, der "die Vergangenheit nutzt, um die Gegenwart verständlich zu machen". Blom unterhält auch einen Podcast, in dem er sich mit "Wendepunkten der Geschichte" beschäftigt. Blom lebt in Wien und ist mit der neuseeländischen Schriftstellerin Veronica Buckley verheiratet.<br/><br/></p>
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