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SUMMARY:"Radiokolleg" auf Ö1
DESCRIPTION:Die Moldau (tschechisch: Vltava) ist mit ihren 430 Kilometern der längste Fluss Tschechiens und gilt als die Lebensader Böhmens. Seit Jahrhunderten diente sie als Transportweg für Holz, Baumaterialien und vor allem Salz, das aus dem Alpenraum gebracht wurde. Im 20. Jahrhundert wurden entlang des Flusses neun Talsperren und Wasserkraftwerke errichtet, manche in der NS-Zeit. Sie dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz und der Wasserregulierung – und veränderten das einst pittoreske Bild mancher Abschnitte nachhaltig. Die Radiokolleg-Reihe folgt der Moldau durch Zeiten und Orte – und findet viele Verbindungen zwischen dem heutigen Österreich und Tschechien.In Tschechien nahe der deutschen Grenze befindet sich die Quelle der Warmen Moldau, die sich später mit der in Deutschland entspringenden Kalten Moldau zur Moldau vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die in diesem Gebiet lebenden Sudetendeutschen vertrieben, mit dem Kalten Krieg wurde es zu militärischem Sperrgebiet, in dem mindestens 800 Menschen ums Leben kamen. Für die Natur jedoch bedeutete diese tragische Zeit, dass sie sich frei entwickeln konnte. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde der Böhmerwald 1991 zum größten Nationalpark der Tschechischen Republik, dem Národní park Sumava, der zahlreiche geschützte Arten an Pflanzen und Tieren beherbergt.Freiheit gibt es für die Moldau selbst aber schon lange nicht mehr. Auch Adalbert Stifters Geburtshaus in Horni Plana/Oberplan ist heute von einer veränderten Landschaft umgeben als zu Lebzeiten des Dichters. 1952 wurde bei Lipno eine Staumauer errichtet, um Strom zu produzieren. Die flussabwärts gelegenen Städte wurden durch den Eingriff vor Hochwasser geschützt. Am Ende des 47 Quadratkilometer großen Lipno Stausees liegt das Kloster Vyssí Brod/Hohenfurth: ein Pilgerweg führt seit kurzem von Oberösterreich hierher, an einen geschichtsträchtigen Ort: Trotz Vertreibung, Gefängnis, KZ oder Kriegsdienst der Ordensbrüder, Diebstahl von Kulturgütern und Verfall der Gebäude, bemühen sich die Brüder seit der „Wende“ um den Wiederaufbau.In Cesky Krumlov/Krumau hat man mit anderen Unliebsamkeiten zu kämpfen: dem Overtourism mit mitunter trinkenden und lärmenden Moldau-Paddlern.Den letzten Landepunkt bildet das wunderschön in einer Moldau-Schleife gelegene Kloster Zlatá Koruna/Goldenkron. Es wurde nicht mehr von Geistlichen geführt, seit die Hussiten die Mönche ermordeten oder vertrieben hatten.Gestaltung: Ute Maurnböck, Sonja Bettel und Kilian Kirchgessner
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