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SUMMARY:"Radiokolleg" auf Ö1
DESCRIPTION:Bis zu 1.000 Meter tief unter dem Brennerpass, zwischen Franzensfeste in Südtirol und Innsbruck in Nordtirol, entsteht seit mehr als 15 Jahren ein Bauwerk, das Europas Verkehr grundlegend verändern soll: der Brennerbasistunnel (BBT). Mit 64 Kilometern wird er der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt. Die Mission: mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagern und damit zum Symbol einer erfolgreichen europäischen Verkehrswende werden. Doch je näher die Fertigstellung der Hauptröhren rückt, desto deutlicher treten die Herausforderungen zutage. Deutschland hat noch nicht einmal die Trasse für den Nordzulauf festgelegt. Österreich und Italien ringen um gemeinsame technische Standards. Lokführer sprechen unterschiedliche Sprachen, Stromsysteme und Signaltechnik unterscheiden sich von Land zu Land. Der Brennerbasistunnel erzählt deshalb nicht nur von Ingenieurskunst, sondern auch von der Herausforderung, ein einheitliches europäisches Bahnsystem zu schaffen. Am Ende steht jedoch die entscheidende Frage: Wie viel Entlastung bringt der BBT tatsächlich?Unbestritten ist: Aus der steilen Alpenquerung wird eine Flachbahn, auf der deutlich schwerere Güterzüge mit geringerem Energieaufwand verkehren können. Doch Fachleute warnen: Ohne eine konsequente Verkehrspolitik bleibt ein großer Teil dieses Potenzials ungenutzt. Es braucht leistungsfähige Verladeterminals, wirtschaftliche Anreize und politischen Gestaltungswillen. Weder steigende Treibstoffpreise noch der Mangel an Lkw-Fahrern werden die Verlagerung auf die Schiene von selbst herbeiführen. Über Europas Verlagerung auf die Schiene, den stockenden Ausbau der Nordzulaufstrecke in Bayern und die Frage nach der Kapazität des Jahrhundertprojekts: BBT.Gestaltung: Lisa Hintner
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