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SUMMARY:"Stimmen hören" auf Ö1
DESCRIPTION:Wie ungerecht, wenn der vom Primgeiger- zum Dirigentenpult wechselnde (Sir) Neville Marriner heute mit „Wohlfühl-Barock“ gleichgesetzt wird! Sicher, der Sound der von Marriner geschaffenen „Academy of St. Martin in the Fields“ war im Vergleich zu heutigen Barock-Interpretationen weder „knackig“ noch „fetzig“. Trotzdem brachte die „Academy“ klein (und also quellenkonform) besetzte Instrumentalmusik bis hin zur Wiener Klassik unter die Platten-sammelnden Massen, und das weltweit. Hätte es ohne diese Pionierarbeit später einen Boom „historischer Aufführungspraxis“ geben können? So stehen Marriner und die „ASMF“ gleicherweise für Aufbruch und Ausgleich bei „alter“ Musik. Sie pflegten aber auch neue, vornehmlich die britische Moderne, und das intensiver als es im Rückblick wahrgenommen wird. Und mehr: Die Zusammenarbeit mit Sängerinnen und Sängern von Rang begann mit Janet Baker und Robert Tear schon Mitte der 1960er Jahre, und kannte bald keine Repertoire-Barrieren mehr. Von Bach (Elly Ameling) und Mozart (Ileana Cotrubas) über rare Opéra comique (Christiane Eda-Pierre) bis zu Operettenliedern (Lucia Popp) war die „Academy“ aktiv. Marriner betreute den jungen Dmitri Hvorostovsky, den jungen Ian Bostridge … und hatte in der Hochblüte des Ensembles sogar einen Ensemble-eigenen Chor zur Verfügung, mit dem man für Messen und Oratorien ins Plattenstudio ging.
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