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SUMMARY:"Mein Land will nicht verschwinden" auf RBB
DESCRIPTION:Seit dem Anschluss der DDR an die Bundesrepublik, im Augenschein fortdauernder Verwerfungen, wird immer wieder neu gefragt: Wie sind die Probleme im Osten zu erklären? Je nach Perspektive rückt entweder die DDR in den Mittelpunkt der Betrachtung oder die politischen und sozialen Realitäten im vereinten Deutschland.
 
Die im Film umrissene Zeit reicht von den Erfahrungen der Niedergangsphase der DDR, die Erwartungen der Gründergeneration der DDR eingeschlossen, bis zum Ende der 1990er-Jahre. Im Zentrum des Essays stehen die Jahre 1989 und 1990.

Von ihnen aus schaut der Film vor und zurück. Er konfrontiert die individuelle Erinnerung des Autors mit den öffentlichen und medialen Bildern des Ost- und Westfernsehens und legt auf diese Weise die Widersprüche der Geschichte frei: 
Lässt sich die DDR mit dem Begriff "Diktatur" hinlänglich beschreiben? War sie ein "Unrechtsstaat"? War sie ein Versuch Geschichte neu zu gestalten? 

Der Film fragt nach dem Handlungs- und Gestaltungsspielraum des Einzelnen innerhalb der Verschiebung der Plattentektonik eines Epochenumbruchs. Er fragt nach den Erwartungen und ihrem Schicksal im Gang der Geschichte. Dem Zuschauer steht es dabei frei, sich zu den Bilder und Tönen, zu der Erzählung zu verhalten und die Leerstellen mit eigenen Erinnerungen und Gedanken zu füllen.

Andreas Goldstein wurde 1964 in Ost-Berlin geboren und ist in der DDR aufgewachsen. Er arbeitet als Autor, Regisseur und Produzent und verfasst filmkritische Texte. Seine Dokumentar- und Spielfilme ("Der Funktionär", "Adam & Evelyn") setzen sich mit deutscher Geschichte, vor allem mit den Verwerfungen vor und nach der Wende auseinander. Derzeit bereitet er den Spielfilm "Der Regenwettermann" vor, der von der deutschen Besatzung in Polen 1941 handelt.

Statement der Regisseurs, Andreas Goldstein: 

Meine erste historische Erfahrung war der Niedergang der DDR. Die Ansprüche und Hoffnungen der Vorangegangenen schienen lebendiger als mein eigene Gegenwart. Als nach den Ende der DDR die Einschusslöcher an den Hausfassaden gefüllt waren, wurden auch Straßen und Plätze umbenannt. Das Mahnmal in meiner Nähe, dass an die "Opfer des Faschismus" erinnerte, wurde den "den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft" gewidmet. Meine Eltern waren Antifaschisten gewesen, nun waren sie von den Nazis ununterscheidbar geworden. Es schien, als hätten auch ich meine Vergangenheit verloren. Das war meine zweite historische Erfahrung. 
Mit dem Aufbrechen der Krisen der Gegenwart nahmen auch die Kämpfe um die Vergangenheit zu und die Anstrengung die die Geschichte der DDR als Schreckensgeschichte zu erzählen. So viel Kraft hatte ich dem Land nicht zugetraut. Das war meine dritte historische Erfahrung.

Jede Gegenwart wird Geschichte und jede Geschichte ein umkämpftes Gebiet. Aber der Kampf um Vergangenheit ist ein Kampf um die Gegenwart.

3sat zeigt "Mein Land will nicht verschwinden" als Erstausstrahlung anlässlich 35 Jahre Deutsche Einheit.
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