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SUMMARY:"Nicht ganz jüdisch, nicht ganz deutsch" auf Das Erste
DESCRIPTION:Als Kind umgab Christian Berkel ein Geheimnis: Erst mit acht Jahren erfuhr er, dass er jüdisch ist.

Die Biografie des Schauspielers und Schriftstellers Christian Berkel ist eine Geschichte zwischen den Welten: Seine Mutter war Jüdin und floh vor den Nationalsozialisten von Berlin über Madrid nach Paris. Sie wurde in das Internierungslager Gurs in den Pyrenäen verschleppt, von wo aus sie nur knapp der Deportation nach Auschwitz entkam. Sein Vater war als Arzt beim Roten Kreuz an der Front und verbrachte lange Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Aufgewachsen zwischen deutscher und französischer Kultur, zwischen Christentum und Judentum, im Berliner Nachkriegsalltag und mit einer traumatisierten Mutter, wusste Berkel lange nicht, wohin er gehörte.

Auf Nachfrage sagte die Mutter, dass er „nicht ganz jüdisch“ sei, auch nicht „ganz deutsch“, aber auch nicht „ganz französisch“. „Nicht ganz bedeutete für mich als Kind: kaputt“, erinnert sich Christian Berkel. Diese frühe Erfahrung, nicht dazuzugehören, sollte ihn bis ins Erwachsenenleben begleiten. In drei autofiktionalen Romanen arbeitete Berkel seine Familiengeschichte auf – und begann mit der Recherche zur Familiengeschichte, seine jüdische Identität bewusst wahrzunehmen.

Und heute? Am 5. November ist deutschlandweiter Kinostart des Films „Block 10“, in dem der Schauspieler die Hauptrolle spielt: einen jüdischen Arzt in Auschwitz. 
Christian Berkel engagiert sich für offene Dialoge in der Gesellschaft: Er spricht über transgenerationale Traumata, über Antisemitismus gestern und heute, über das Schweigen in deutschen Familien nach dem Holocaust. Und er erzählt davon, wie er mit Mitte fünfzig zum ersten Mal eine Synagoge besucht hat – und weinen musste.
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