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SUMMARY:"Vorgestellt" auf Ö1
DESCRIPTION:Klassische Musik aus Norwegen beginnt weder noch endet sie mit Edvard Grieg. Da ist zum Beispiel die überragende Figur von Geirr Tveitt (1908-1981). Der Komponist und Pianist war, ähnlich wie Bartók oder Kodály in Ungarn, ein leidenschaftlicher Erforscher der Volksmusik seiner Heimat, etwa der Melodien für Hardangerfiedel, dem bedeutenden Streichinstrument aus der gleichnamigen Region. Gleich fünfzig Hardanger-Stücke arrangierte Tveitt für den klassischen Konzertflügel – ein Füllhorn behutsamer Bearbeitungen, die die volksmusikalische Quelle nie verleugnen. Zehn davon bündelt der norwegische Meisterpianist Leif Ove Andsnes zu einer schillernden Suite. Als Eröffnung seines neuen Albums spielt er Geirr Tveits Sonate op.129, ein halbstündiges Werk mit verblüffenden Klangeffekten, von rauschhaft üppigen Akkord-Ketten bis zu Passagen voller Stille, die man hören kann. Tveitt komponierte 30 Klaviersonaten, aber diese hier ist die einzig erhaltene, nachdem ein Feuer im Jahr 1970 das Haus des Komponisten und damit einen Großteil seiner Musik – die nur in Manuskripten existierte – zerstörte. Zauberhafte Überraschung dann gegen Ende des Albums von Leif Ove Andsnes: Seine Schwester Solveig leiht ihre natürliche, mehr an Volksmusik als an Klassik geschulte Stimme einigen Lied-Arrangements von Geirr Tveitt.Die erwähnte Hardangerfiedel hören wir auf dem zweiten Album dieser Sendung: Die Geigerin Ragnhild Hemsing beherrscht souverän das besondere Instrument mit den „sympathetischen“ Saiten, die zwischen Griffbrett und Korpus aufgespannt sind und den Klang mitschwingend anreichern. Das op. 252 von Geirr Tveitt präsentiert die „Hardingfele“ als Soloinstrument in einem vollwertigen dreisätzigen Konzert.Dieses interessiert uns heute sogar mehr als das auf einer „normalen“ Violine ebenfalls hinreißend gespielte Bruch-Konzert auf Hemsings CD von 2023. Vergleichsweise taufrisch, nämlich seit Ende April 2026 auf dem Markt, ist das ausschließlich Tveitt gewidmete Album von Leif Ove Andsnes.
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