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SUMMARY:"alpha-retro: Wir haben uns immer durchs Leben geboxt (1994)" auf ARD-alpha
DESCRIPTION:Sie waren einst eine große Attraktion auf den Jahrmärkten, Rummelplätzen und Volksfesten: die sogenannten Boxbuden, Dort konnten Freiwillige gegen die Mitarbeiter der Boxbude in den Ring steigen. Bezahlen mussten sie dafür nichts – außer mit einem Veilchen oder einer blutigen Nase. Bezahlen mussten nur die neugierigen Zuschauer – und die gab es reichlich bei diesem Spektakel. Wenn ein Freiwilliger jedoch den Kampf gewann, winkte ihm z. B. in der Boxbude von Werner Sindermann 500 Mark Siegprämie. Oft fand sich aber in einer Vorstellung trotz der Aussicht auf schnell verdientes Geld zunächst kein Freiwilliger. Alle hatten Angst sich zu blamieren – oder eben auch Angst vor den Schlägen, die sie womöglich einstecken mussten. Aber Werner Sindermann – Angehöriger einer traditionsreichen Schaustellerfamilie aus Detmold – wusste sich zu helfen in solchen Momenten, wenn keiner aus dem Publikum den nötigen Mut hatte. Schon sein Vater hatte diese Boxbude betrieben und heimliche Chefin des Ganzen ist auch heute noch seine Mutter. Die Boxer gehören zur Familie, sind Söhne, Schwiegersöhne usw. Leicht war dieses Geschäft nicht für die Betreiber und Angestellten und deswegen hat dieser Satz von Werner Sindermann auch durchaus seinen Sinn: „Wir haben uns immer durch’s Leben geboxt.“
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