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SUMMARY:"Vorgestellt" auf Ö1
DESCRIPTION:Die Capella de Ministrers richtet den Blick mit „Ritual. Cycle of Life“ auf die musikalischen Erinnerungen des Mittelmeerraums. Im Zentrum stehen sephardische und arabisch-andalusische Gesänge, die von Exil, Hoffnung, Spiritualität und gemeinschaftlichem Leben erzählen. Das Programm greift die Geschichte der Juden nach ihrer Vertreibung von der Iberischen Halbinsel 1492 auf und verfolgt die Wege ihrer Musik von Istanbul und Saloniki bis Jerusalem, Alexandria oder Tanger. Dabei verbindet das Ensemble Sprachen und Klangwelten aus Hebräisch, Arabisch, Türkisch, Bulgarisch und Ladino. Musik, verstanden als kollektives Gedächtnis und als Ausdruck einer kulturellen Vielfalt, die über Jahrhunderte durch Austausch und Zusammenleben geprägt wurde. Sakrale und weltliche Traditionen stehen dabei nebeneinander und zeigen, wie eng Ritual, Erinnerung und Alltag miteinander verwoben sind.Auch die zweite CD kreist um kulturelle Identität und musikalische Grenzgänge. Ausgangspunkt ist die berühmte Begegnung zwischen Astor Piazzolla und Nadia Boulanger im Paris der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Piazzolla wollte sich damals ganz der europäischen Kunstmusik widmen, doch Boulanger ermutigte ihn, seine Wurzeln im Tango nicht aufzugeben. Das Album „Soleils de septembre“ zeichnet diesen künstlerischen Wendepunkt nach und verbindet Piazzollas Musik mit Werken aus dem Umfeld Boulangers. François Joubert-Caillet und sein Ensemble L’Achéron treffen dabei gemeinsam mit Bandoneonisten Jean-Baptiste Henry auf eine ungewöhnliche Klangkombination: Gambenensemble und Bandoneon begegnen einander in Arrangements zwischen französischer Eleganz und argentinischer Melancholie.Werke von Piazzolla, Nadia und Lili Boulanger, Gabriel Fauré oder Igor Strawinsky treten dabei in Dialog mit Bach, der für Piazzolla wie auch für Boulanger ein zentraler Bezugspunkt war. Besonders reizvoll ist die Art, wie das atmende Bandoneon mit dem warmen Klang des Gambenconsorts verschmilzt. So entsteht ein Programm, das historische Räume und musikalische Traditionen miteinander verbindet – zwischen Buenos Aires und Paris, Barock und Tango Nuevo.
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