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SUMMARY:"Radiokolleg" auf Ö1
DESCRIPTION:Die Geschichte des Bergsteigens ist auch eine Geschichte der ideologischen Instrumentalisierung: Von der Selbstermächtigung der Arbeiterklasse bis hin zu den Helden im Dienste des Nationalsozialismus wurden die Gipfel immer wieder von der Politik überhöht. Das Bergsteigen heute ist auch nicht ideologiebefreit. Der neoliberale Geist macht sich auch im Gebirge breit. Die Berge werden zur Selbstdarstellung und als Action-Spielfeld genutzt.Wandern stand lange für Kontemplation und Freiheit – viele machten sich auf den Weg in die Berge, um den Kopf freizubekommen und in die Natur einzutauchen. Diese Art des Wanderns wird von neuen Trends überholt. Die Berge werden von sogenannten Entwicklern „bespielt“. Sie kreieren Erlebnislandschaften für jede erdenkliche Zielgruppe: Sie bauen Märchenwälder für Kinder, schaffen Fotopoints für Jugendliche, bieten Hüttenerlebnisse für Gourmets an oder bauen Thrill- und Action-Geräte für Adrenalinjunkies. Jeder Berg bekommt sein eigenes Thema und damit auch sein unverwechselbares Verkaufsargument. Berge werden zum Produkt für die Sportindustrie. Hat die neoliberale Spaßkultur mit ihren Installationen die Berge schon nachhaltig verändert? Müssen die Regionen ohne Schnee in Zukunft noch mehr Verkaufsargumente schaffen? Ein Lokalaugenschein von Andreas Wolf.
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