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SUMMARY:"Gedanken" auf Ö1
DESCRIPTION:Jus zu studieren, das ist ihr in ihrer Jugend als Verlegenheitslösung vorgekommen, erzählt Elisabeth Holzleithner in einem Interview mit dem Standard. Der Film „Urteil von Nürnberg“, der den Nürnberger Juristenprozess gegen mehrere NS-Richter 1947 thematisiert, hat die damalige Schülerin zu einem Umdenken bewegt. Die Frage, wie die Rechtsordnung in jeder Hinsicht zusammenbrechen konnte und nicht mehr in der Lage dazu war, Gerechtigkeit zu verbürgen, habe sie sehr beschäftigt. Und sie wollte wissen, was die Gesellschaft zusammenhält. Heute ist Elisabeth Holzleithner mehrfach ausgezeichnete Rechtsphilosophin. Die Leiterin des Instituts für Rechtsphilosophie an der Universität Wien beschäftigt sich in ihrer Forschung mit den philosophischen Grundlagen des Rechts. Die Mitte 50jährige gilt als eine der führenden Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Legal Gender Studies. In ihrem Buch „Gerechtigkeit“ widmet sie sich dem ebenso bedeutsamen wie umstrittenen Ideal menschlichen Umgangs. Der schottische Philosoph David Hume hat Gerechtigkeit gar eine „vorsichtige, argwöhnische Tugend“ genannt, denn sie komme immer dann ins Spiel, wenn menschliche Bedürfnisse und Interessen voneinander abweichen oder sich auf dieselben knappen Güter richten. In den Gedanken spricht Elisabeth Holzleithner über das schwierige Ringen um Gerechtigkeit in der Gesellschaft. „Was gerechte Verhältnisse sind, bedeutet für verschiedene Menschen verschiedenes. Gerechte Strukturen, auf die sich alle Menschen einigen können, gibt es nicht. Auch weil die Strukturen immer unvollkommen sind.“
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