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SUMMARY:"Vorgestellt" auf Ö1
DESCRIPTION:Am Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert sticht im Londoner Konzertleben Thomas Britton heraus wie ein bunter Hund. Sein nicht minder spannender Freundeskreis und er werden bald beschrieben als „Harmonious Society of Tickle-Fiddle Gentlemen“. Eine illustre Runde, voller Experimentierfreude und neuer Ideen. In diesem Geist sehen sich heute auch der Brite Robert Rawson und sein Ensemble, weshalb sie den klingenden Namen übernehmen. Ihr Album „Vivaldi in Prag“ rückt eine faszinierende kulturelle Austauschbewegung ins Zentrum: den Einfluss venezianischer Barockmusik auf das musikalische Leben der böhmischen Aristokratie. Graf Wenzel von Morzin, Graf Anton von Sporck und Graf Joseph Johann Adam von Liechtenstein prägten diesen Dialog maßgeblich, indem sie Antonio Vivaldi als musikalische Referenz für ihre Höfe engagierten und seine Werke nach Prag holten. Das von Robert Rawson konzipierte Programm – aufgenommen in der Kirche St. Mary the Virgin im englischen Kent – verbindet Vivaldis Kompositionen mit Musik jener böhmischen Musiker, die seinen Stil aufgriffen und weiterentwickelten. Neben Arien aus Pasticcios und Opern erklingen Werke von Reichenauer, Mica und Jiránek, darunter virtuose Konzerte und eine farbenreiche Kantate. Das Ensemble „The Harmonious Society of Tickle-Fiddle Gentlemen“ zeichnet diese Beziehungen in einer farbigen, fein gezeichneten Interpretation nach und lässt den venezianisch-böhmischen Klangdialog lebendig werden.Mit der 19. Folge seines Haydn-Zyklus widmet sich Giovanni Antonini einem ganz anderen, doch ebenso spannenden Kapitel der Musikgeschichte. Unter dem Titel „Trauer“ vereint das Album die Sinfonien Nr. 108, 52 und 44 – Werke, die Joseph Haydn mal nicht mit einem Lächeln im Gesicht, sondern mit ernster Miene zeigen. Die beiden 1771 entstandenen Sinfonien in c-Moll und e-Moll zeigen sich als kraftvolle Beispiele von Haydns Sturm-und-Drang-Phase, während das frühere B-Dur-Werk ein besinnliches g-Moll-Andante enthält, möglicherweise im Gedenken an den verstorbenen Fürsten Esterházy. Ergänzt durch Samuel Scheidts „Paduana dolorosa“ und Arvo Pärts „Da Pacem Domine“ entsteht ein kontrastreiches Programm, welches das Ensemble „Il Giardino Armonico“ mit gewachsener Klangintensität und pulsierender Spielfreude interpretiert.Gemeinsam eröffnen beide Alben reichhaltige musikalische Landschaften – die eine geprägt von interkultureller Neugier, die andere von Haydns experimentierfreudigem sinfonischem Denken.
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