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SUMMARY:"Die Tagebücher von Adam und Eva" auf ARTE
DESCRIPTION:Adam ist Single und fühlt sich eines Tages von einem fremden Wesen mit langen Haaren verfolgt. Dieses Wesen, das darauf besteht, dass es eine "Sie" ist, weiß, was es will: Sie will wissen, ist neugierig, dazu künstlerisch veranlagt. Sie will allem einen Namen geben, bringt überall Schilder an, aber vor allem redet Eva, wie sie gerufen werden will, zu viel. Soweit Adams Tagebuch.
Aus Evas Aufzeichnungen erschließt sich das Aufeinandertreffen ganz anders. Sie findet Adam ein wenig einfältig, was wahrscheinlich auch der Grund dafür sei, dass er so wenig spricht und Angst vor ihr hat. So richtig erklären kann sie sich nicht, warum sie sich zu diesem stoffeligen Typen hingezogen fühlt. Viel besser versteht sie sich mit den Tieren und ihrer besten und ältesten Freundin, ihrem Spiegelbild. Aber dieser Mann - und es war ihr sofort klar, dass es sich um einen Mann handeln muss - hat eben was. Im Übrigen hat sie das Gefühl, dass er es dankbar annimmt, wenn sie ihm das Verstehen und Erklären der Welt abnimmt.
Franz Müller inszeniert mit dem Originaltext von Mark Twain einen Familien- und Beziehungsfilm, in dem es um das Kennenlernen, Zulassen von Nähe und Zueinanderfinden geht. Der wundervolle, melancholische Ton der Originalvorlage ist gespickt mit Witz, genauen Beobachtungen und immer wieder auch überraschenden Wendungen. Gedreht wurde sowohl in der argentinischen Wildnis als auch in der modernen Großstadt Berlin. So werden zwei Erzählebenen - damals und heute - frei miteinander im Schnitt verschränkt.

Die Vorlage ist Mark Twains Humoreske "The Diaries of Adam and Eve" (1905), deren ironischen Blick auf Geschlechterrollen der Film mit heutigen Beziehungsbildern konfrontiert. Eine besondere Skurrilität bekommt das Werk durch das Kostümbild. Müller setzt auf sichtbar artifizielles, "armes" Produktionsdesign: Wollperücken, DIY-Requisiten, Tiere aus Stoff und Decken. Der Humor entsteht aus der Kombination von wortgetreu übernommenen Tagebucheinträgen als Voiceover und kontrastierenden, oft stummen Vignetten, die den Ton vom sarkastischen Kommentar bis zum sanften romantischen Sentiment verschieben.
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