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SUMMARY:"Madame Sidonie in Japan" auf ARTE
DESCRIPTION:Sidonie, erfolgreiche französische Schriftstellerin, reist auf Einladung ihres Verlegers Kenzo nach Japan, um dort die Wiederauflage ihres ersten Buchs zu promoten. Sie ist lange nicht mehr gereist und fühlt sich in dem Land fremd. Seit dem Unfalltod ihres Mannes Antoine vor einigen Jahren hat sie nicht mehr geschrieben und klammert sich an ihre Trauer. Zwischen Kenzo und Sidonie entsteht eine stille Freundschaft, denn auch er trägt eine verletzte und einsame Seele in sich.
In Japan beginnt Sidonie, ihren verstorbenen Mann zu sehen. "Ganz normal", versichert Kenzo ihr, Japan sei das Land der Geister, hier würden alle mit ihren Verstorbenen leben. Antoine erscheint ihr nun häufiger, und die beiden führen klärende Gespräche. Er will, dass sie ihn endlich gehen lässt. Auf ihrer sehr stillen Reise durch Japan heilt Sidonie langsam und es gelingt ihr, Antoine endlich ziehen zu lassen. Sie will weiterleben und findet schließlich sich selbst und ihre Worte als Schriftstellerin wieder. Zwischen ihr und Kenzo ist eine neue Liebe gewachsen.
Die Regisseurin Élise Girard inszeniert diesen Balanceakt zwischen Trauer und Hoffnung als filmische Meditation - malerisch in den Bildern, aber nie aufdringlich. Die Bilder Japans, menschenleere Tempel, nebelverhangene Gärten, die kunstvoll gestaltete Insel Naoshima, wirken wie Postkarten, die eine perfekte, aber auch distanzierte Kulisse für Sidonies innere Reise bieten. Die Dialoge sind sparsam, die Pausen lang, als wolle der Film den Atem anhalten, um den Moment der Entscheidung einzufangen: Wird Sidonie den Schritt zurück ins Leben wagen?

"Madame Sidonie in Japan" ist der dritte Spielfilm der französischen Regisseurin Élise Girard, die hier eine subtile Hommage an die japanische Kultur und die Kunst des langsamen Erzählens vorlegt. Die eindrucksvolle Darstellung von Isabelle Huppert, die in einer ihrer intimsten Rollen zu sehen ist, wird durch Tsuyoshi Ihara als Verleger Mizoguchi ergänzt. Die geisterhafte Erscheinung Antoines (August Diehl), die im Greenscreen-Verfahren collagenartig ins Bild gesetzt wird, verleiht dem Drama eine surreale Note. Girard setzt dabei auf eine poetische Leichtigkeit, die den Film trotz seiner schweren Themen nie erdrückend wirken lässt. Ein Werk, das mit leisen Tönen viel sagt.
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