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SUMMARY:"Abenteuer Wildnis" auf BR
DESCRIPTION:Als sich in den 1980 Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Apokalyptische Szenarien boten sich dem Besucher. Zehntausende kahler toter Bäume dominierten den Nationalpark. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas" und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald. Viele Skeptiker bezweifelten, ob aus diesen Baumleichen je wieder ein gesunder Wald werden würde. 

Doch dann geschah das Wunder. Aus dem Werk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter als es der vorherige Wirtschaftswald je war. Knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall zeigt sich jetzt endlich der Erfolg der Nationalparkidee "Natur Natur sein lassen". Nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln - ohne Zutun des Menschen - nur aus eigener Kraft und allein nach den Gesetzen der Natur. 

Ganz anders ist die Situation im Erweiterungsgebiet. Der Nationalpark wurde 1970 gegründet und 1997 auf die doppelte Fläche vergrößert. Nach heftigen Bürgerprotesten hat man sich darauf geeinigt, dass der Borkenkäfer in diesem Teil des Parks weiter bekämpft wird - bis ins Jahr 2027. Mit verheerenden Folgen für die Natur: Motorsägen, Harvester, Rückezüge, Lkws und großflächige Kahlschläge bestimmen hier das Bild der Landschaft. Ein Eingriff, der die Nationalparkidee ad absurdum führt. Erst recht angesichts der Entwicklung im alten Teil des Nationalparks. Fast 20 Jahre nach dem letzten großen Borkenkäferbefall ist dort die Apokalypse der Hochlagenfichtenwälder ausgeblieben. Im Gegenteil: Die riesigen Mengen toten Holzes vermoderten im Lauf der Zeit und damit entstand die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche natürliche Verjüngung der Fichte in diesen Lagen. Der "katastrophenartige" Zusammenbruch der alten Fichten war deshalb auch dieses Mal nicht das Ende des Bergwaldes, sondern ist wieder ein Anstoß zur Entwicklung in Richtung "Urwald".  

Und natürlich hatte die Veränderung des Lebensraumes auch erhebliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. So profitieren zahlreiche lichthungrige und Wärme liebende Organismen von dieser Entwicklung: Zu ihnen zählen Pflanzen und Tiere, die alles verwerten können, was von den toten Bäumen übrig bleibt, wie Käfer, Schmetterlinge, Flechten und Moose. Auch bodenbrütende Vogelarten - wie etwa der Fitis - schätzen die Auflichtung des Waldes. Selbst der Wespenbussard kann hier jetzt ungehindert nach seiner Nahrung Ausschau halten - Insekten, die ihre Nester in die Erde bauen.
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